Es ist ein ständiges Auf und Ab, wenn es um den Weiterbau der A94 ab Marktl geht. Ein zentrales Infrastrukturprojekt, das nicht nur für die Menschen in der Region von Bedeutung ist, sondern auch für den gesamten Verkehrsfluss zwischen München und Passau. Auf mehr als 110 Kilometern ist die Autobahn bereits frei gegeben, doch die verbleibende Strecke entlang der B12 sorgt nach wie vor für massives Verkehrsaufkommen, Staus und nicht selten auch Unfälle. Ein Zustand, den Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) als vorrangig einstuft – Fortschritte sind in Sicht, doch die Zeit spielt eine entscheidende Rolle.

Der Abschnitt zwischen Marktl und Simbach-West hat das Planfeststellungsverfahren erreicht, das sich mittlerweile in der Abschlussphase befindet. Im Sommer 2023 lagen die Planungsunterlagen öffentlich aus, und im November 2025 fand der Erörterungstermin statt. Die Regierung von Niederbayern arbeitet eifrig an der abschließenden Entscheidung, und der Planfeststellungsbeschluss könnte bis Ende 2026 erlassen werden. Es ist immer wieder ein Stück Hoffnung für die Anwohner, die sich eine spürbare Entlastung vom Durchgangsverkehr wünschen.

Ein Blick auf die Details

Hier wird’s spannend: Der vierstreifige Neubau der A94 zwischen Marktl und Simbach-West gehört nicht nur zur A94 München–Pocking, sondern erstreckt sich über die Baukilometer 0+105 bis 13+290. Betroffen sind die Kommunen Markt Marktl, Haiming, Stammham, Julbach sowie Kirchdorf am Inn. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind komplex und beruhen auf den §§ 17 ff. FStrG in Verbindung mit Art. 72 ff. BayVwVfG. Das klingt trocken, aber es ist der Nährboden für die künftige Entwicklung.

Die Planunterlagen selbst sind ein wahres Sammelsurium. Sie umfassen alles von Erläuterungsberichten zu Umweltauswirkungen bis hin zu detaillierten Plänen für die Lärmschutzmaßnahmen. Ehrlich gesagt, der Aufwand, der hinter diesen Verfahren steckt, ist gewaltig. Aber es ist notwendig, um die Ansprüche der Anwohner und den Natur- und Lärmschutz unter einen Hut zu bringen. Und ja, das dauert seine Zeit – die gesetzlichen Anforderungen stellen die Planer auf eine harte Probe.

Der Weg zum Baubeginn

Was könnte den Baubeginn im Bereich Kirchdorf beschleunigen? Laut der Autobahn GmbH Südbayern könnten die Bauarbeiten dort ab 2028 starten, vorausgesetzt, der Planfeststellungsbeschluss wird rechtskräftig. Das ist eine Voraussetzung, die nicht zu unterschätzen ist. Auch müssen die Haushaltsmittel bereitstehen. Ein wahres Puzzle, bei dem alles zusammenspielen muss. Verkehrsminister Bernreiter hat jedoch optimistische Töne angeschlagen und betont, dass die Autobahn GmbH des Bundes künftig kreditfähig werden soll, um die Finanzierung langfristig zu sichern.

Die Menschen in der Region warten gespannt auf die Fortschritte. Ein zügiger Ausbau wird besonders für Simbach betont, wo der Verkehr oft durch den Stadtplatz fließt – das ist nicht nur unpraktisch, sondern auch gefährlich. Der Plan sieht vor, die Durchfahrt zu entlasten und gleichzeitig Maßnahmen zum Lärmschutz zu ergreifen. Die vorgesehenen Lärmschutzmaßnahmen richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben und werden in den jeweiligen Planfeststellungsunterlagen festgelegt. Es ist zu hoffen, dass die Anwohner bald von spürbaren Verbesserungen profitieren können.

Die große Vision

Schließlich ist das Ziel klar: Ein vollständiger Lückenschluss der A94 zwischen München und Passau. Von den insgesamt 150 Kilometern sind derzeit 110 Kilometer befahrbar. Die noch fehlenden Abschnitte sind in der Planung, und der Abschnitt Marktl–Simbach-West ist am weitesten fortgeschritten. Ein Planfeststellungsbeschluss wird für das kommende Jahr erhofft, sodass die Bauarbeiten bald beginnen könnten. Simbachs Bürgermeister Klaus Schmid hat bereits die Hoffnung geäußert, dass der Stillstand bald vorbei ist.

Man kann nur hoffen, dass die Planungen zügig voranschreiten und die angekündigten finanziellen Mittel im Bundesverkehrshaushalt 2026 tatsächlich bereitgestellt werden. Denn der Komplex des Abschnitts wird unter anderem auch eine Untertunnelung im Stadtgebiet von Simbach umfassen – eine spannende Herausforderung für alle Beteiligten. Die vollständige Befahrbarkeit könnte bis Ende der 2030er Jahre Realität werden, so der Verkehrsminister. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Pläne bald in die Tat umsetzen lassen und die Region von einer verbesserten Verkehrsinfrastruktur profitiert.