In Roth fand am 26. Oktober 2026 ein spannendes Fußballspiel in der Kreisklasse Nord statt, bei dem die SG DJK-SV Penzendorf als Sieger vom Platz ging. Doch das Wetter spielte nicht mit – der Regen prasselte unbarmherzig auf die Spieler und Zuschauer, und so mancher fand sich schnell mit nassen Füßen wieder. Fußball ist ja bekanntlich ein Spiel für alle Wetterlagen, aber was da kurz vor dem Schlusspfiff passierte, ließ selbst die hartgesottensten Fans aufhorchen. Ein Vorfall, der so gar nichts mit dem schönen Spiel zu tun hatte – eine mutmaßliche Spuckattacke, die sich da ereignete.

Der Vorfall wurde von den Beteiligten als inakzeptabel beschrieben und fällt in die Kategorie von Verhalten, das im Fußball nichts verloren hat. Unglaublich, dass solche Vorkommnisse, die sich wie ein Schatten über die Sportlichkeit legen, immer wieder vorkommen. Und es war nicht nur die Spuckattacke, die für Aufregung sorgte; auch andere Beschwerden über das Spiel tummelten sich in der Luft. Ein zweischneidiges Schwert, das den Amateurfußball in ein schiefes Licht rückt.

Ein Blick auf die Zahlen

Doch wie sieht die Lage im Amateurfußball insgesamt aus? Der DFB hat seit der Saison 2014/2015 die Situation zu Gewalt und Diskriminierung im Amateurfußball genau im Blick. In der Saison 2025/2026 wurden die Schiedsrichter-Spielberichte ausgewertet und es stellte sich heraus: Rund 1,284 Millionen Berichte wurden abgeschlossen, und die Zahl der Spiele mit gemeldeten Gewalt- oder Diskriminierungsvorfällen sank zum dritten Mal in Folge auf 5.450. Das klingt erst einmal positiv, doch die 842 Spielabbrüche, die aus diesen Vorfällen resultierten, zeigen, dass es noch viel zu tun gibt. Immerhin 0,42 Prozent aller Spiele waren betroffen.

Ein weiterer Blick auf die Zahlen zeigt, dass die gemeldeten Vorfälle von Bedrohungen bis hin zu körperlichen Übergriffen reichten. Es ist eine ernste Angelegenheit, die nicht einfach ignoriert werden kann. DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann hat klargemacht, dass die Präventionsarbeit und die Maßnahmen für einen respektvollen Umgang im Amateurfußball weiter verstärkt werden müssen. Hier ist der Fußball im Wandel, und die Verantwortlichen sind sich dessen bewusst.

Die Entwicklung im Amateurfußball

<pEin Lichtblick ist, dass die Saison 2024/2025 einen Rückgang von Gewalt- und Diskriminierungsvorfällen verzeichnete. 829 Spielabbrüche wurden registriert – das sind 9 Prozent weniger als in der Vorsaison und der niedrigste Stand seit dem Ende der Corona-Pandemie. Der DFB hat in diesen Zeiten klare Schritte unternommen, darunter die Einführung der Kapitänsregel und des DFB-STOPP-Konzepts, die eine positive Resonanz erhielten. 93 Prozent der Befragten bewerteten die Kapitänsregel als sinnvoll – das spricht Bände über die Bereitschaft zur Veränderung.

Die Zahlen zeigen eine positive Tendenz, doch es bleibt ein weiter Weg. Auch wenn die Zahl der gemeldeten Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle gesunken ist, bleibt ein gewisser Anteil, der nicht ignoriert werden kann. Der DFB ruft dazu auf, Vorfälle konsequent zu melden, um ein sicheres Umfeld für alle Beteiligten zu schaffen. Die Erfahrungen der ersten Saison mit den neuen Maßnahmen sollen nun ausgewertet werden, um die weitere Entwicklung im Amateurfußball voranzutreiben.

Es ist klar, dass der Fußball mehr ist als nur ein Spiel. Es ist eine Gemeinschaft, ein Gefühl, und manchmal auch ein Spiegel unserer Gesellschaft. Auch wenn die Spuckattacke in Roth ein unschönes Bild hinterlässt, ist es wichtig, dass wir die positiven Schritte nicht aus den Augen verlieren. Fußball soll für alle da sein – und das ist es, was wir uns alle wünschen.