Heute ist der 11.05.2026 und die Stadt Roth hat sich in ein buntes Fest verwandelt. Der Anlass? Ein Jubiläum, das es in sich hat: 50 Jahre Städtebauförderung! Mit einem beeindruckenden Investitionsvolumen von rund 90 Millionen Euro in den letzten fünf Jahrzehnten hat sich hier einiges getan. Das Rahmenprogramm zur Eröffnung des Jubiläums in der Kreisstadt Roth zieht die Menschen an. Es gibt viel zu erleben und zu entdecken, und das nicht nur für die Einheimischen!

Der Artikel von Marco Frömter, der am heutigen Morgen um 10:17 Uhr veröffentlicht wurde, beschreibt bereits die ersten festlichen Aktivitäten, die die Rothen und ihre Gäste in den Bann ziehen. Aber was steckt eigentlich hinter dieser stolzen Geschichte? Um ein Gefühl für den Wandel der Stadt zu bekommen, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Roth wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts mit der Verleihung der Stadtrechte zum bedeutenden fränkischen Asylort und entwickelte sich rasch zu einem Zentrum für viele, die Sicherheit suchten.

Die Stadtmauer und ihre Geschichte

Die Stadtmauer, die heute noch in Teilen erhalten ist, hatte einst eine immense Bedeutung. Sie wurde zur Befestigung Roths erbaut und umschloss ein Gebiet von 5,3 Hektar. Mit einer Höhe von etwa 6 Metern und einer Stärke von bis zu 2 Metern bot sie nicht nur Schutz, sondern auch Asyl für Personen, die gegen das Recht verstoßen hatten. Diese Mauer, aus robusten Sandsteinen errichtet, erstreckte sich über 340 Meter in Nord-Süd-Richtung und 200 Meter in Ost-West-Richtung. Die Wehrgänge und Schießscharten erzählen von einer Zeit, in der die Stadt aktiv verteidigt werden musste.

Zwischen 1526 und 1626 fanden rund 1100 Asylsuchende in Roth Zuflucht. Kommen wir zurück zu den Toren der Stadt: Die Rothen hatten Zugang über das obere und das untere Tor, die heute noch Geschichte atmen. Zugegebenermaßen sind die Umstände, unter denen diese Menschen Schutz suchten, nicht immer die besten. Aber es zeigt, wie wichtig die Stadt in der damaligen Zeit war – ein Lichtblick in dunklen Stunden.

Die Entwicklung der Stadt

Schnell entwickelte sich Roth zu einem bedeutenden Standort, auch dank der industriellen Innovationen. Georg Fournier brachte 1574 die Drahtherstellung in die Stadt und legte damit den Grundstein für die Drahtindustrie, die bis heute einen Teil der örtlichen Wirtschaft prägt. Doch die Stadtmauer war nicht nur ein Relikt der Vergangenheit. Auch im 19. Jahrhundert war sie noch von Bedeutung, selbst wenn die Verteidigungsfunktion mit neuen Geschützen minimiert wurde. Ab 1815 begann der Verkauf von Mauerteilen, was bedeutete, dass die Rothen selbst Hand anlegen konnten – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die fast vollständige Abtragung der Mauer wurde zwar von vielen bedauert, doch erfreulicherweise sind die Reste der Stadtbefestigung und fünf Türme, darunter der Diebes- oder Judenturm, noch immer in städtischer Hand und unter Denkmalschutz. Diese Relikte sind nicht nur ein Zeichen für die Vergangenheit, sondern auch ein Teil der Identität von Roth. Die Sanierungsarbeiten werden sorgfältig überwacht und stellen sicher, dass die Geschichte lebendig bleibt.

Mit der Eröffnung des Jubiläums wird nicht nur auf die letzten 50 Jahre der Städtebauförderung zurückgeblickt, sondern auch auf die Wurzeln, die Roth zu dem gemacht haben, was es heute ist. Man kann nur hoffen, dass diese Verbindung zur Geschichte auch in Zukunft gepflegt wird – denn die Stadt hat noch viele Geschichten zu erzählen!