Heute ist der 24.04.2026 und die Welt der Raumfahrt hat in den letzten Tagen erneut für Aufregung gesorgt. Rocket Lab hat gleich zwei Raketenstarts auf zwei Kontinenten innerhalb von weniger als 24 Stunden durchgeführt. Zunächst hob die suborbitale HASTE-Rakete von Wallops Island in Virginia ab, um für das US-Verteidigungsministerium Hyperschalltechnologien zu testen. Nur einen Tag später folgte ein weiterer Meilenstein: eine Electron-Rakete startete in Neuseeland und brachte acht Satelliten für die japanische Raumfahrtbehörde JAXA ins All. Diese beeindruckenden Leistungen markieren bereits den achten Start des Unternehmens im Jahr 2023.
Die Aktie von Rocket Lab reagierte prompt auf diese Erfolge und verzeichnete leichte vorbörsliche Gewinne, notiert aktuell bei knapp 83 US-Dollar. Auf Jahressicht hat die Aktie ein Plus von fast 280 Prozent zu verzeichnen, was die Investoren in Hochstimmung versetzt. Analysten der Investmentbank Roth haben das Kursziel auf 100 US-Dollar angehoben, gestützt durch das wachsende Momentum bei den Startdienstleistungen und den steigenden Verteidigungsausgaben.
Technologische Fortschritte und Rückschläge
Doch nicht alles läuft nach Plan. Rocket Lab hat einen Rückschlag bei der Entwicklung der Neutron-Rakete erlitten. Ein Riss an einem Treibstofftank wurde bei Tests am Standort Wallops Island festgestellt, was dazu führte, dass der Erstflug auf Ende 2026 verschoben werden musste. Das Unternehmen priorisiert hierbei die technische Zuverlässigkeit, auch wenn dies bedeutet, dass enge Zeitpläne nicht eingehalten werden können. Die Neutron-Rakete ist strategisch wichtig, da sie für den Transport schwerer Lasten bei Satellitenkonstellationen und nationalen Sicherheitsmissionen vorgesehen ist.
Während die Neutron-Rakete auf sich warten lässt, läuft das Electron-Programm weiterhin erfolgreich. Die bevorstehende Mission „Kakushin Rising“ für die japanische Raumfahrtagentur JAXA wird acht Satelliten in eine sonnensynchrone Umlaufbahn bringen. Diese Nutzlast umfasst unter anderem Ausrüstung zur Meeresüberwachung und eine faltbare Antenne. Rocket Lab profitiert zudem von Verzögerungen bei Konkurrenzraketen und sichert sich internationale Regierungsaufträge, was den Auftragsbestand des Unternehmens auf über zwei Milliarden Dollar ansteigen ließ.
Finanzielle Aussichten und Marktposition
Ein weiterer wichtiger Punkt ist ein Vertrag über 190 Millionen Dollar, der 20 Hyperschall-Testflüge beinhaltet und höhere Margen als herkömmliche Starts verspricht. Rocket Lab baut zudem sein Segment für Satellitenkomponenten weiter aus, mit dem Ziel, jährlich über 200 elektrische Triebwerke „Gauss“ zu produzieren. Die Aktie stieg um 7,45 Prozent auf 79,30 Euro und liegt damit knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 83 Euro. Am 7. Mai wird das Management die Zahlen für das erste Quartal vorlegen, mit einer Umsatzprognose von bis zu 200 Millionen US-Dollar, was einem beeindruckenden Wachstum von etwa 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Die Entwicklung der Neutron-Rakete wird sicherlich auch im kommenden Bericht zur Sprache kommen, wobei die finanziellen Folgen der Zukäufe und der Kapitalbedarf für die Neutron-Entwicklung beleuchtet werden sollen. Rocket Lab bleibt damit ein spannendes Unternehmen auf dem Weg zur Weiterentwicklung der Raumfahrttechnologien.