Heute ist der 19.05.2026 und in Roth dreht sich alles um Literatur und Film, denn die neueste Ausgabe des „Schreibhefts, Zeitschrift für Literatur“ ist erschienen. Mit der Nummer 105 wird eine spannende Brücke geschlagen zwischen diesen beiden Kunstformen, und die Leser dürfen sich auf tiefgründige Einblicke in das Werk dreier bemerkenswerter Autoren freuen: Eric de Kuyper, Gregor von Rezzori und James Agee. Diese Ausgabe, die von Norbert Wehr herausgegeben wird, bringt nicht nur die Lebensgeschichten dieser Schriftsteller näher, sondern auch die Verbindungen, die sie zur Filmwelt haben.
Die Zeitschrift, die 1977 von Wilfried H. Bienek und Ulrich Homann ins Leben gerufen wurde, hat sich seit 1982 unter der Leitung von Wehr einen festen Platz in der Literaturszene erobert. In der aktuellen Ausgabe finden sich neben den Dossiers auch Gedichte von John Riley sowie Nachrufe auf Alfred Eckerle und Rainer G. Schmidt. So wird die Vielfalt der literarischen Stimmen in dieser Ausgabe besonders deutlich.
Eric de Kuyper: Ein Leben zwischen Literatur und Film
Im Dossier über Eric de Kuyper, das von Norbert Wehr und Gerd Busse zusammengestellt wurde, gibt es einen Auszug aus de Kuypers zweitem Roman „Tante Jeannots Hut“. Dieser belgische Schriftsteller und Filmemacher war nicht nur ein talentierter Autor, sondern auch Regisseur und Programmgestalter für das belgische Fernsehen. Besonders spannend sind die Reiseberichte, die er über seine gemeinsamen Reisen mit der legendären Filmemacherin Chantal Akerman verfasst hat. Diese Erinnerungen sind gewichtige Puzzlestücke, denn Akerman gilt als eine der bedeutendsten Regisseurinnen ihrer Zeit, und ihr Film „Jeanne Dielman“ wird oft als der beste Film aller Zeiten bezeichnet.
Die Beiträge von Gerd Busse und weiteren Autoren wie Guinevere Claeys und Barbara Honigmann runden das Bild von de Kuypers vielseitigem Schaffen ab. Hier wird nicht nur seine schriftstellerische, sondern auch seine filmische Ader beleuchtet – ein echtes Highlight für alle, die sich für die Schnittstelle zwischen Literatur und Film interessieren!
Gregor von Rezzori: Ein unterschätzter Meister
Das zweite Dossier widmet sich dem weniger bekannten, aber nicht minder bedeutenden Autor Gregor von Rezzori. Zusammengestellt von José Aníbal Campo und Jan Wilm, bietet es einen tiefen Einblick in sein Leben und Werk. Rezzori wird oft übersehen, wenn es um die großen Namen der Literatur geht, aber hier wird klar, dass er einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen hat. Mit Beiträgen von Größen wie Peter Handke, Volker Schlöndorff und Auszügen aus Rezzoris Tagebüchern von 1943 wird seine Vielschichtigkeit greifbar.
Die Leser erfahren von seinen Gedanken und Erlebnissen, die in dieser Zeit geprägt waren, und wie sie sein literarisches Schaffen beeinflussten. Fotos und Übersetzungen von José Aníbal Campos sowie anderen prominenten Stimmen geben dem Dossier noch mehr Tiefe.
James Agee: Ein Blick auf den Filmschriftsteller
Das dritte Dossier, das von Sven Koch zusammengestellt wurde, beleuchtet das Leben und die Werke von James Agee. Als US-amerikanischer Filmkritiker und Drehbuchautor hat Agee die Filmwelt nachhaltig geprägt. Die Beiträge und Übersetzungen von Agee selbst sowie von Zeitgenossen wie W. H. Auden und John Huston bringen seine Gedanken und Kreativität auf faszinierende Weise zum Ausdruck.
Die Würdigungen und eigenen Texte von Agee zeigen nicht nur sein scharfsinniges Auge für das Filmische, sondern auch seine literarische Sensibilität. Hier wird deutlich, wie sehr Literatur und Film sich gegenseitig befruchten können – ein Konzept, das sich durch die gesamte Ausgabe des Schreibhefts zieht.
Mit 168 Seiten ist die Ausgabe prall gefüllt mit Gedanken und Einsichten, die für jeden Literatur- und Filmbegeisterten ein Fest sind. Für nur 16,50 EUR kann man sich dieses Sammlung ins Haus holen und in die Welt der Autoren eintauchen, die trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe und Stile eine gemeinsame Leidenschaft für das Geschichtenerzählen teilen. Die ISBN-13 lautet 9783924071622. Wer Interesse hat, kann die Ausgabe direkt über schreibheft@netcologne.de bestellen.
Es ist bemerkenswert, wie diese Ausgabe des „Schreibhefts“ die Leser anregt, über die Verbindungen zwischen verschiedenen Kunstformen nachzudenken und die Stimmen zu entdecken, die oft im Schatten stehen. Ein wahrhaft literarisches Erlebnis für alle, die den Mut haben, über den Tellerrand zu schauen.