Heute ist der 15.05.2026 und in Roth wird über ein Thema diskutiert, das nicht nur die hiesige Bevölkerung, sondern auch die junge Generation in ganz Deutschland betrifft: die Demokratie. In einer Zeit, in der extremistisches Gedankengut und antisemitische Straftaten einen besorgniserregenden Anstieg verzeichnen, ist es wichtiger denn je, das Vertrauen der Jugend in die demokratischen Werte zu stärken. Ein wunderbares Beispiel dafür ist der Demokratietag, der am Ludwig-Meyn-Gymnasium in Uetersen stattfand.
Organisiert von der Schülervertretung, bot der Demokratietag eine Plattform, um über die Herausforderungen und Chancen der Demokratie zu diskutieren. Mit dem Motto „Demokratie ist nur wehrhaft, wenn wir es sind“ wurde ein eindringlicher Appell an alle Anwesenden gerichtet. Eschel Ewert, der Schülersprecher, brachte es auf den Punkt, als er seine Sorgen über das schwindende Vertrauen junger Menschen in die Demokratie äußerte. Ein wichtiger Schritt, um diesem Trend entgegenzuwirken, war die Einladung von elf Referenten mit unterschiedlichsten Hintergründen, die bereit waren, ihre Perspektiven zu teilen und mit den Schülern ins Gespräch zu kommen.
Vielfalt der Meinungen und Toleranz
Ein Highlight des Tages war das Grußwort von Ahmad Mansour, das sich um die Bedeutung von Meinungstoleranz drehte. Es war wie ein frischer Wind, der durch die Hallen wehte, und die Schüler der 9. und 10. Klassen waren sichtlich begeistert von den Workshops, die ihnen angeboten wurden. Dort lernten sie nicht nur, wie sie ihre rhetorischen Fähigkeiten verbessern konnten, sondern auch, wie sie ihre Gedanken in kreativen Social-Media-Videos zum Ausdruck bringen können. Das klingt nach einer Menge Spaß und gleichzeitig nach einer wichtigen Investition in ihre Zukunft!
Die Podiumsdiskussion, moderiert von Eschel Ewert und Carolin Eichen, brachte dann die hochkarätigen Gäste Professor Dr. Dieter Schönecker, Christoph Lemmer und Ebru Çalışkan zusammen. Hier wurde es wirklich spannend: Themen wie Cancel-Culture und die Hemmung junger Menschen, ihre Meinungen zu äußern, sorgten für hitzige Debatten. Schönecker forderte eine Erhöhung des Wahlalters auf 21 Jahre, während Lemmer plädierte, das Wahlrecht bereits ab der Geburt zu gewähren – das ist doch mal eine Idee, die zum Nachdenken anregt!
Diskurs als Grundpfeiler der Demokratie
Gemeinsam waren sich alle einig: Diskurs ist eine Grundvoraussetzung für eine funktionierende Demokratie. Partizipation und Toleranz sind die Zauberworte, die in diesen Zeiten wichtiger sind denn je. Es ist die Aufgabe von uns allen, besonders der älteren Generation, den Jüngeren zu zeigen, dass ihre Stimmen zählen und dass ihre Meinungen Gehör finden. Der Demokratietag war ein kleiner, aber feiner Schritt in die richtige Richtung und ein Zeichen dafür, dass die Jugend bereit ist, sich für die Demokratie einzusetzen.
In einer Welt, in der die Meinungs- und Pressefreiheit unter Druck stehen, ist es ermutigend zu sehen, dass junge Menschen sich aktiv mit diesen Themen auseinandersetzen. Vielleicht ist das der Schlüssel, um das Vertrauen in die Demokratie zurückzugewinnen und die nächste Generation zu ermutigen, sich einzumischen und zu gestalten. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich dieser Dialog weiterentwickelt und welche Impulse die jungen Leute aus Uetersen und darüber hinaus setzen werden.