Heute ist der 22.05.2026 und in Rosenheim, wo die Alpen in der Ferne glänzen und die Luft nach frisch gebackenem Brot riecht, hat sich einiges getan. Abuzar Erdogan, der junge und dynamische Oberbürgermeister, hat die Stadt seit seiner Wahl am 22. März 2023 mit frischem Wind durchzogen. Mit 53,4 Prozent der Stimmen gewann er die Stichwahl gegen den CSU-Amtsinhaber Andreas März und brachte damit eine neue Ära in die Kommunalpolitik. „Ich will für die Menschen hier sein“, sagt er oft, und das merkt man ihm an.

Erdogan, 32 Jahre alt und in Rosenheim geboren, hat seine Wurzeln in einer kurdisch-alevitischen Familie. Seine Herkunft spielte im Wahlkampf keine Rolle – die Menschen kennen ihn als einen von ihnen. Politisch engagiert war er schon früh: Mit nur 20 Jahren zog er in den Stadtrat ein, übernahm 2020 den Fraktionsvorsitz der SPD und ist seit 2023 Chef des örtlichen SPD-Ortsvereins. „Ich spürte die Wechselstimmung“, erzählt er, „und mein Team hat mir den Rücken gestärkt.“

Ein Herz für soziale Themen

Sein ganz großes Thema? Bezahlbarer Wohnraum. „Das ist eine der größten Herausforderungen für unsere Stadt“, sagt Erdogan und schaut dabei nachdenklich auf die Rosenheimer Altstadt. Er hat sich fest vorgenommen, die örtlichen Unternehmen zu stärken und dabei auch die Interessen der Bürger nicht aus den Augen zu verlieren. Trotz seiner politischen Ambitionen bleibt er realistisch: „Die SPD hat nur ein Fünftel der Mandate im Stadtrat, da müssen wir Kompromisse finden.“

Mit 15 Jahren trat er in die SPD ein, doch die aktuelle Ausrichtung der Partei überzeugt ihn nicht ganz. Dennoch bleibt er der Gemeinschaft treu, und das nicht nur in politischen Belangen. Bis zu den Vorstandsneuwahlen im nächsten Jahr engagiert er sich ehrenamtlich im Sportbund DJK Rosenheim. „Sport verbindet, das ist einfach wichtig“, merkt er an.

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Tradition trifft Moderne

Ein interessanter Aspekt seines Lebens ist seine Verbindung zum Rosenheimer Trachtenverein, wo er das Schuhplatteln gelernt hat. Das klingt vielleicht ein bisschen altmodisch, aber für Erdogan ist es mehr als nur ein Brauch. „Es ist ein Teil meiner Identität und verbindet Tradition mit der modernen Gesellschaft“, sagt er mit leuchtenden Augen. Wenn er darüber spricht, spürt man die Leidenschaft, die ihn antreibt, und man kann sich gut vorstellen, wie er mit seinen Freunden in Tracht durch die Stadt zieht, bei festlichen Anlässen oder einfach nur für den Spaß.

Seine Pläne sind klar: Als Oberbürgermeister möchte er sich ganz auf Rosenheim konzentrieren, ohne in höhere politische Ämter zu schielen. „Ich will hier etwas bewegen“, betont er, und man kann nicht anders, als ihn dafür zu bewundern. Es bleibt spannend, wie er die Herausforderungen meistern wird, die auf ihn und die Stadt zukommen.

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