Alarmierende Zahlen: 566.000 Kinder in Europa haben keinen Impfschutz!
Was tut sich in Europa in Sachen Impfschutz? Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass in der WHO-Europaregion über eine halbe Million Kinder im Jahr 2023 keinen vollständigen Impfschutz erhalten haben. Laut Rosenheim24 sind es insgesamt 566.000 Kinder, die komplett ohne Impfung dastehen. Deutschland hat dabei mit etwa 21.000 nicht geimpften Kindern auch seinen Anteil.
Die WHO-Europaregion umfasst 53 Länder, darunter auch die Türkei, Turkmenistan und Israel. Erfreulicherweise stieg die Zahl der geimpften Kinder im Vergleich zum Vorjahr an, und es gab 43.000 weniger ungeimpfte Kinder in der Region. Dennoch lebt rund die Hälfte der betroffenen Kinder in Ländern wie Kasachstan, der Türkei, Großbritannien und Aserbaidschan.
Impfquote auf dem Vormarsch, aber doch noch Luft nach oben
Impfungen sind entscheidend, um die Gesellschaft vor ansteckenden Krankheiten zu schützen. Über 9 Millionen Kinder erhielten im Jahr 2023 in der Europäischen Region der WHO alle drei wichtigen ersten Impfdosen gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (DTP). Doch eine halbe Million Kinder verpasste es, einen oder mehrere dieser wichtigen Schutzstoffe zu bekommen. Die Daten offenbaren allerdings auch eine teilweise Erholung nach den Einbrüchen, die durch die COVID-19-Pandemie verursacht wurden.
Die Durchimpfungsrate variiert stark zwischen den einzelnen Ländern. So erreichte die erste DTP-Dosis 2023 eine beeindruckende Rate von 97 %, allerdings ist das ein Prozentpunkt weniger als im Jahr 2019. 15 Länder schafften es sogar, die DTP1-Impfquote auf 99 % zu steigern. Im Gegensatz dazu blieb die Durchimpfungsrate für die dritte Dosis (DTP3) in vielen Ländern hinter den Werten von 2019 zurück.
Kämpfen gegen Fehlinformationen
Ein zentrales Problem bleibt die Verbreitung von Falschinformationen über Impfstoffe, die das Vertrauen in Impfprogramme untergräbt. Viele Kinder in Konfliktgebieten sind auf eingeschränkte Impfprogramme angewiesen, während Entwicklungshilfekürzungen die Situation weiter verschärfen. Zusätzlich hat die Impfrate beim wichtigen Masern-Impfstoff in der Region an Bedeutung gewonnen – 92% der Kinder erhielten die erste Dosis, während die zweite Dosis stagnierte.
Insgesamt gab es im Jahr 2023 über 61.000 Masernfälle und 13 Todesfälle in der WHO-Europaregion, was die Dringlichkeit unterstreicht, dass Eltern ihre Kinder rechtzeitig impfen lassen. Die WHO empfiehlt, dass eine Impfquote von mindestens 90% angestrebt wird, um die Gesundheit einer ganzen Generation zu sichern.
Es gibt aber auch einen Lichtblick: Die HPV-Impfquote bei Mädchen in Deutschland lag bei 55% und ist somit über dem regionalen Durchschnitt von 41%. Diese positive Entwicklung könnte in Zukunft die Anzahl der Fälle von Gebärmutterhalskrebs signifikant verringern.
Mit einem guten Händchen für die Gesundheit der nächsten Generation liegt es an uns, die Impfquote weiter zu steigern und das Bewusstsein zu schärfen. Der Kampf gegen Krankheiten beginnt schließlich schon im Kindesalter – und jeder geimpfte Junge und jedes Mädchen ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Die WHO-Europaregion zeigt sich als ein Ort mit großen Herausforderungen, aber auch beeindruckenden Fortschritten. Lasst uns alle unseren Teil dazu beitragen, dass zukünftige Generationen gut geschützt aufwachsen können. Mehr Informationen findet ihr in den Berichten von WHO sowie im Artikel auf Rosenheim24.
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