Heute ist der 7.05.2026, und in der malerischen Kulisse der Rhön-Grabfeld hat der länderübergreifende Kernzonentag unter dem Motto „Rhöner Wildnis erleben“ stattgefunden. Ein Event, das nicht nur Naturfreunde, sondern auch die ganz Neugierigen in seinen Bann zog. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, die unberührte Wildnis im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön hautnah zu erleben. Eine Vielzahl an Veranstaltungen in Bayern, Hessen und Thüringen lud dazu ein, die Vielfalt und den Reichtum geschützter Lebensräume kennenzulernen. Es war kaum zu übersehen, wie groß das Interesse an diesen Naturräumen war – die hohen Teilnehmerzahlen sprachen für sich!
Die Kernzonen, die etwa drei Prozent der Gesamtfläche eines Biosphärenreservats ausmachen, sind wahre Schatztruhen für den Naturschutz, die Forschung und das Verständnis natürlicher Prozesse. Hier gilt der Prozessschutz: Die Natur darf sich ganz ohne menschliche Eingriffe entwickeln. Das hat zur Folge, dass Wälder in ihrer natürlichen Dynamik wachsen, altern und schließlich zerfallen – ein faszinierender Kreislauf, den es zu beobachten gilt.
Exkursionen und Entdeckungen
Eine der Exkursionen führte in die Thüringer Rhön, wo knapp 60 Interessierte die Kernzone „Am Rhönkopf“ erkundeten. Das Gelände wird von großflächigen Blockhalden geprägt, die ein eigenes Mikroklima schaffen. Hier, zwischen den Blockschuttfeldern, finden sich Lebensräume, die Kälte und Feuchtigkeit speichern – ein wahres Eldorado für viele spezialisierte Arten. Besonders spannend war die Entdeckung der Eiszeitrelikte, die in den Felsspalten leben und sich an die speziellen klimatischen Bedingungen angepasst haben.
In der bayerischen Rhön waren über 40 Teilnehmer unterwegs, um die Kernzonen Farnsberg und Totnansberg zu erkunden. Fachkundige Begleiter erläuterten die Ziele des Prozessschutzes und die immense Bedeutung der Schwarzen Berge für die Biodiversität. Es wurde deutlich, dass die natürliche Entwicklung der Wälder und die Artenvielfalt Hand in Hand gehen. Besonders beeindruckend war der Nachweis von rund 15 Fledermausarten, darunter die Nordfledermaus, die in alten Bäumen, Höhlen und Totholz ideale Lebensräume finden.
Lebensräume und ihre Schätze
Die Quellen, die in der Rhön sprudeln, sind Lebensräume für spezielle Organismen wie die Rhön-Quellschnecke und den Alpenstrudelwurm. Diese kleinen Geschöpfe sind ein Zeichen der hohen Wasserqualität und der intakten Ökosysteme in der Region. Und nicht zu vergessen der Höhlenkrebs, der als Tier des Jahres 2026 in den kühlen Gewässern heimisch ist und von den Teilnehmern mit großer Begeisterung beobachtet wurde.
In Hessen führte Ranger Hubert Stumpf durch die Kernzone des Naturschutzgebiets „Kesselrain“. Hier lag der Fokus auf den Quellen und der Bedeutung der Rhön-Quellschnecke. Die Teilnehmer waren allesamt fasziniert von den vielen Facetten, die die Natur zu bieten hat. Es ist nicht nur der Reichtum an Arten, sondern auch die tiefere Einsicht in die Zusammenhänge der Natur, die die Exkursionen so wertvoll machen. Die Begeisterung war spürbar und die Gespräche am Rande der Touren drehten sich nicht nur um das Gesehene, sondern auch um das, was noch kommen könnte.
Die Rhön bleibt ein Ort der Entdeckung, der nicht nur für Naturliebhaber, sondern für alle offen steht, die das Besondere suchen. Es ist eine Einladung, die eigene Neugier zu stillen und die Wunder der Natur in ihrer reinsten Form zu erleben. Die Kernzonen sind nicht nur schützenswert, sie sind auch ein Teil der Geschichte, die wir mit der Natur teilen. Hier in der Rhön wird deutlich, wie wichtig es ist, diese Räume zu bewahren und zu fördern, damit zukünftige Generationen ebenfalls in den Genuss dieser einzigartigen Natur kommen können.