In Fulda tut sich etwas im Hinblick auf die politische Mitbestimmung junger Menschen. Die 20-jährige Frauke Goldbach, Studentin der Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt interkulturelle Beziehungen, möchte in den Kreistag einziehen. Aufgewachsen in Petersberg-Magretenhaun und heute lebend in Fulda, hat sie sich schon früh für gesellschaftliche Themen engagiert. Mit 14 Jahren trat sie „Fridays for Future“ bei und organisierte Demos, die auf die Klimakrise aufmerksam machten. Ihr Engagement für Gleichberechtigung und Gendergerechtigkeit zeigt sich auch in ihrer Mitbegründung des Kollektivs „Feminista“ in Fulda, das sich aktiv für Frauenrechte einsetzt. Goldbach kandidiert für die Grünen auf Listenplatz 5 und hat sich drei Hauptanliegen gesetzt: Gewalt gegen Frauen, Bildung stärken und Jugend fördern. Besonders am Herzen liegt ihr die Forderung nach mehr Unterstützung und Schutzräumen für Frauen sowie die Schaffung von Treffpunkten für Jugendliche.

Am 10. Mai wurde die Stadt Fulda durch einen tragischen Vorfall erschüttert: Eine 23-jährige Frau wurde mutmaßlich von ihrem Ex-Partner erstochen. Diese grausame Tat steht nicht für sich alleine, wie Frauke Goldbach bei einer Mahnwache betonte, die von der Feministischen Initiative Fulda organisiert wurde. Circa 120 Menschen versammelten sich vor der Stadtpfarrkirche, um der Toten zu gedenken. Bei der Veranstaltung wurde klar, dass Gewalt gegen Frauen ein brennendes Thema ist, das mehr gesellschaftliche Diskussion und politischen Engagement erfordert. Die Vorsitzende der Feministischen Initiative Fulda, Lena Limpert, distanzierte sich von einem umstrittenen Transparent, das während der Mahnwache gezeigt wurde, und betonte die Notwendigkeit, den Opferschutz in den Fokus zu rücken. Laut Bundeskriminalamt und UN Women Deutschland geschieht in Deutschland fast täglich ein Femizid, und die Zahlen sind alarmierend. Im vergangenen Jahr registrierte das Hessische Landeskriminalamt 14 Tötungsversuche und 11 vollendete Femizide in Hessen.

Frauke Goldbachs Engagement für Frauenrechte

Frauke Goldbach sieht in der Unterstützung von Frauen und der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen eine ihrer wichtigsten politischen Aufgaben. Ihre Forderungen umfassen zusätzliche Frauenhausplätze und die Notwendigkeit einer Frauenbeauftragten im Landkreis. Diese Themen wurden auch während der Mahnwache für die erstochene 23-Jährige deutlich, wo Goldbach eine leidenschaftliche Ansprache hielt. Der Verein, der die Mahnwache organisierte, fordert mehr gesellschaftliche Diskussion über Gewalt an Frauen und einen verstärkten politischen Einsatz für Opferschutz. In dieser Hinsicht passt ihr Engagement perfekt in die aktuelle Debatte über geschlechtsspezifische Gewalt in Deutschland.

Am 3. Dezember 2024 wurde der erste Periodische Bericht „Monitor Gewalt gegen Frauen – Umsetzung der Istanbul-Konvention in Deutschland“ veröffentlicht. Der Bericht, erstellt von der Berichterstattungsstelle geschlechtsspezifische Gewalt des Deutschen Instituts für Menschenrechte, analysiert umfassend die Entwicklungen geschlechtsspezifischer Gewalt in Deutschland von 2020 bis 2022. Die Berichterstattungsstelle hat die Aufgabe, die Fortschritte in der Umsetzung der Istanbul-Konvention zu überwachen. Diese Konvention fordert von den Staaten, ihre Verpflichtungen zum Schutz von Frauen vor Gewalt zu erfüllen und zeigt damit die Dringlichkeit, mit der Themen wie die von Frauke Goldbach angesprochenen Anliegen behandelt werden müssen.

Frauke Goldbach ist sich der Herausforderungen bewusst, die vor ihr liegen, wenn sie in den Kreistag einziehen möchte. Ihr Ziel ist es, frische Impulse für die junge Generation zu setzen und Menschen eine Stimme zu geben, die in der Gesellschaft oft nicht gehört werden. In einem Jugendtreff in Fulda bringt sie bereits praktische Erfahrungen mit, die sie in ihre politische Arbeit einbringen möchte. Mit ihrem Engagement setzt sie ein Zeichen für die Notwendigkeit von Veränderung und für die Rechte der Frauen in Fulda und darüber hinaus.