Heute ist der 21.05.2026, und in der idyllischen Umgebung von Möckmühl, wo die Jagst sanft plätschert, brodelt es gewaltig – nicht nur im Wasser! Bei den Bohrungen für die umstrittene SuedLink-Stromtrasse kam es zu einem Vorfall, der nicht nur die Umweltschützer auf den Plan rief, sondern auch die Gemüter der Anwohner erhitzte. Die Bohrung unter der Jagst führte im Februar zu einer Verschlammung von Feldern, was die besorgten Stimmen der Umweltschützer lauter werden ließ.

Im Kern der Debatte steht das Bohrmittel Bentonit, das zwar als natürlicher Baustoff gilt, aber in den letzten Wochen in die Kritik geraten ist. Kritiker, wie der BUND Heilbronn-Franken, äußern ernste Bedenken über die Auswirkungen auf geschützte Biotope und Lebensräume. Andrea Hohlweck vom BUND berichtet von zunehmenden Ausbläsern im Muschelkalk an den Hängen der Jagst – das klingt nicht gut! Und während die Projektverantwortlichen und das Landratsamt Heilbronn die Umweltverträglichkeit von Bentonit betonen, gibt es immer mehr Stimmen, die ein Baustopp fordern.

Die Situation eskaliert

Es ist nicht das erste Mal, dass Bentonit in der Kritik steht. In Bayern wurden die Arbeiten des Projektträgers Transnet BW bereits gestoppt, nachdem ein unkontrollierter Austritt von Bohrschlamm dokumentiert wurde. Das europäisch bedeutsame Schutzgebiet, der Bach Streu, wurde durch den Bohrschlamm geschädigt – und das hat Folgen! Die Behörden mussten einen Baustopp verhängen, da unklar war, wie das Spülmittel in den Bach gelangte. Fritz Mielert vom BUND Baden-Württemberg fordert ebenfalls einen Stopp der Bohrungen aufgrund der schädlichen Eigenschaften von Bentonit.

Louisa Oeltjenbruns, die Projektsprecherin bei Suedlink, hat sich jedoch klar positioniert. Sie widerspricht den Vorwürfen und betont, dass Bentonit zu 95% aus Wasser und nur zu 5% aus Bentonit besteht. Zudem werde das Gemisch vor jeder Bohrung auf Umweltverträglichkeit geprüft. Das klingt alles schön und gut, doch die Realität zeigt, dass es an den zerklüfteten Hängen des Jagsttals immer wieder zu Austritten kam – zuletzt am 6. Mai. Nach diesen Vorfällen wurden Maßnahmen ergriffen, um die Situation zu kontrollieren, aber die Skepsis bleibt.

Ein Blick nach Altertheim

Die Situation rund um die SuedLink-Stromtrasse ist nicht nur auf Möckmühl beschränkt. Auch in Altertheim gab es einen Vorfall, bei dem ein Bentonit-Wasser-Gemisch ausgetreten ist. Bestätigt durch den Netzbetreiber TransnetBW, wurden 30 bis 40 Kubikmeter dieses Gemischs abgesaugt und entsorgt. Vor Ort wurden Maßnahmen ergriffen, um einen Abfluss ins Tal zu verhindern – sogar mit Strohballen, um die Spüllösung zu kontrollieren. Aber die Frage bleibt: Was passiert, wenn das Gemisch in Bäche gelangt?

Das Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg beruhigt zwar und teilt mit, dass keine Verunreinigungen in grundwasserführenden Klüften erwartet werden, doch die Nähe zum Wasserschutzgebiet sorgt für zusätzliche Besorgnis. Die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) hat Bentonit nicht als wassergefährdend eingestuft, aber die Bürger bleiben skeptisch. Man kann die Sorgen der Anwohner verstehen, schließlich geht es hier um die Trinkwasserversorgung und die Gesundheit der Menschen.

TransnetBW plant, zusätzliche Wasseraufbereitungsanlagen zum Schutz der Trinkwasserqualität bereitzustellen. Das klingt nach einer guten Idee, aber wird es ausreichen, um die Ängste der Menschen zu zerstreuen? Die Trinkwasserversorgung Würzburg GmbH steht in Kontakt mit TransnetBW, den betroffenen Gemeinden und Behörden, aber die Sorgen sind nach wie vor präsent.

So bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Die Umweltschützer sind alarmiert, die Behörden unter Druck, und die Anwohner hoffen auf eine Lösung, die ihre Umwelt schützt. Es ist ein abgewogenes Spiel zwischen Fortschritt und Naturschutz, und der Ausgang ist noch ungewiss.