Am 25. Oktober 2026 erstrahlte der Regensburger Dom in festlichem Glanz. Ein ganz besonderer Anlass: der Weltmissionssonntag, der heuer den 100. Jahrestag der Solidaritätsaktion feierte. Es war ein Tag voller Emotionen, an dem sich die Herzen der Menschen für die Bedürftigen in der Welt öffneten. Das diesjährige Beispielland, das im Mittelpunkt stand, war Madagaskar – eine Insel, die für viele von uns so weit weg erscheint, aber deren Herausforderungen uns alle betreffen sollten.

Der Festgottesdienst, zelebriert von Bischof Rudolf Voderholzer, Wolfgang Huber, dem Präsidenten von missio München, und Kardinal Désiré Tsarahazana, dem höchsten Repräsentanten der katholischen Kirche Madagaskars, war ein eindrucksvolles Zeichen der Solidarität. Es wurde eindringlich darauf hingewiesen, dass viele Familien in Madagaskar in Armut leben – vor allem in ländlichen Regionen, wo staatliche Unterstützung und grundlegende Versorgung oft fehlen. Die katholische Kirche spielt hier eine zentrale Rolle. Sie ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch eine Lebensader für die Menschen, die sich in der Notlage befinden.

Solidarität über Grenzen hinweg

Bayerns Bau- und Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) ergriff ebenfalls das Wort und betonte, dass Solidarität keine geografischen Grenzen kennt. In Anbetracht der sich verändernden Sicherheitslage und der Folgen des Klimawandels ist es wichtiger denn je, verlässliche Partnerschaften zu schaffen. Madagaskar und viele andere Länder brauchen unsere Unterstützung, und Bernreiter richtete ein herzliches Dankeschön an all jene, die sich für Frieden, Demokratie und Menschenwürde einsetzen.

Ein besonders bewegender Moment war die Verleihung des undotierten Pauline-Jaricot-Preises von missio München an die Ordensschwester Rolandine Razafiarisoa aus Analavory, die sich unermüdlich für bedürftige Kinder und Jugendliche einsetzt. Diese beeindruckende Frau, die als eines von zehn Kindern in einer Bauernfamilie aufwuchs, weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Bildung und Unterstützung sind. Ihre eigene Schulzeit am katholischen Lycée Mompera Michel Ranaivo öffnete ihr die Türen zu einer besseren Zukunft!

Die Herausforderungen in Madagaskar

Madagaskar, ein Land von überwältigender Schönheit, ist jedoch auch von extremen Herausforderungen geprägt. Über drei Viertel der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, und besonders im Süden leiden die Menschen unter Dürreperioden, die sie zwingen, ihre Heimat zu verlassen. Die Schülerzahlen am Lycée steigen trotz dieser schwierigen Umstände, und das Schulgeld wird bewusst niedrig gehalten, um möglichst vielen Kindern den Zugang zur Bildung zu ermöglichen. Das ist ein Lichtblick in der Dunkelheit!

Rolandine Razafiarisoa und ihre Mitschwestern arbeiten unermüdlich daran, den Kindern eine Perspektive zu bieten. Auf dem Schulgelände wurde mit Hilfe von missio ein Brunnen gebaut, der für viele die einzige zuverlässige Wasserquelle darstellt. Sauberes Wasser ist hier nicht nur ein Grundbedürfnis, sondern eine Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Als nächstes sollen Toiletten gebaut werden – ein weiterer Schritt, um die Lebensbedingungen der Kinder zu verbessern.

Ein Blick in die Zukunft

In einer Welt, die oft von Egoismus und Rückzug geprägt ist, zeigt der Weltmissionssonntag, dass es auch anders geht. Die Solidarität, die an diesem Tag in Regensburg spürbar war, ist ein Aufruf an uns alle, über den Tellerrand zu blicken. Die katholische Kirche organisiert die größte weltweite Solidaritätsaktion, und mehr als 100 päpstliche Missionswerke sammeln Spenden, um die soziale und pastorale Arbeit in den ärmsten Bistümern der Welt zu unterstützen. Diese Initiative ist nicht nur eine Erinnerung an unsere Verantwortung, sondern auch eine Einladung, gemeinsam etwas zu bewegen.