Theaterprojekt „Hellblau ist auch Rot“ fördert Toleranz bei Grundschulkindern in Sünching
In Sünching, einem kleinen, aber feinen Ort im Landkreis Regensburg, wird seit 15 Jahren das Thema Toleranz auf ganz besondere Weise lebendig. Hier erleben Grundschulkinder das Theaterstück „Hellblau ist auch Rot“, das von den kreativen Köpfen Mirjam Avellis und Ruth Wahl ins Leben gerufen wurde. Die Figuren in diesem Stück könnten unterschiedlicher nicht sein: Die eine ist flink und schnell, die andere eher gemächlich und langsam, eine ist dick, die andere dünn. Aber anstatt sich über diese Unterschiede zu streiten, lernen die Kinder, dass sie auch Freundschaften hervorrufen können. Ein wahrhaft spannendes Konzept!
Das Stück vermittelt Toleranz auf eine spielerische, fantasievolle Art, die durch Humor und Bewegung besticht – ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Es ist ein mobiles Theaterprojekt, das speziell für Grundschulen entwickelt wurde und einen interkulturellen Ansatz verfolgt. Freude und Neugier am Entdecken sind zentrale Themen, ebenso wie die Vielfalt und die möglichen Missverständnisse, die zwischen Bekanntem und Unbekanntem auftreten können. Die Rückmeldungen der Schulen sind durchweg positiv. Kinder zeigen sich begeistert von der Verbindung eines ernsten Themas mit humorvollen Momenten, und die Beteiligung ist hoch.
Ein Theatererlebnis für alle
„Hellblau ist auch Rot“ dauert etwa 50 Minuten, gefolgt von einem etwa 15-minütigen Nachgespräch, in dem die Kinder das Erlebte reflektieren können. Das Theater, bekannt als „Theater mit Haut und Haaren“, bietet seine Aufführungen direkt in Schulen an, und das nicht nur in Sünching. Egal ob in Turnhallen, Aulen oder sogar auf Pausenhöfen – die Möglichkeiten sind vielfältig und passen sich den geltenden Hygienevorschriften an. Die Anforderungen sind überschaubar: ein ebenerdiger Spielort mit einer Spielfläche von etwa 6 x 6 Metern, und schon kann die Reise in die Welt der Toleranz beginnen.
Die Kosten für die Aufführungen sind ebenfalls transparent – eine Einzelführung kostet 700 Euro, während bei einer Doppelführung 1.200 Euro anfallen. Über den Lions Club Regensburg Castra Regina können seit 2019 Zuschüsse beantragt werden, was das Theatererlebnis für viele Schulen zugänglicher macht. Unterstützung erhielt das Projekt auch von der Stadt Regensburg im Rahmen des Förderprogramms „Vielfalt tut gut“ sowie vom Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Eine bunte Palette an Möglichkeiten
Die Idee und das Spiel von Ruth Wahl und Mirjam Avellis, unter der Regie von Christiane Ahlhelm, eröffnen den Kindern eine Welt voller Farben, die sie zum Nachdenken anregt. Sie lernen, dass Unterschiede nicht abschrecken, sondern bereichern können. Wenn man das Stück erlebt, merkt man schnell, dass es nicht nur um das Aufeinandertreffen von verschiedenen Eigenschaften geht, sondern um das Miteinander, das durch Verständnis und Offenheit geprägt ist.
Die hohe Beteiligung und Begeisterung der Kinder sind Beweise dafür, dass die Verbindung von Theater und wichtigen gesellschaftlichen Themen wie Toleranz funktioniert. So wird das Theater in Sünching zu einem Ort, an dem nicht nur Geschichten erzählt, sondern auch Freundschaften geknüpft werden. Und genau das ist es, was das Leben so bunt und lebenswert macht.
