Regensburg, eine Stadt mit historischem Flair, hat am Freitag einen bedeutenden Schritt in der Kulturlandschaft Bayerns gemacht. Das Regensburger Stadttheater wurde zum sechsten Staatstheater in Bayern ernannt. Ein Festakt, der die Bedeutung für die Stadt und die Region unterstrich, fand in Anwesenheit von Ministerpräsident Markus Söder und Kunstminister Markus Blume (beide CSU) statt. Der Titel ist nicht nur ein Etikett, sondern eine verdiente Anerkennung für die über 200 Jahre alte Tradition des Theaters, das nun als Staatstheater neue Höhen erreichen soll.

Intendant Sebastian Ritschel und Kaufmännischer Direktor Matthias Schloderer waren sichtlich stolz, den Titel entgegenzunehmen. Die Ernennung wurde durch einen Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Regensburg und dem Freistaat Bayern besiegelt und zeigt einmal mehr, dass Spitzenkunst nicht nur in der bayerischen Landeshauptstadt München zu finden ist. Söder betonte die Wichtigkeit der Kunstfreiheit in einer demokratischen Gesellschaft und bezeichnete diesen Tag als einen historischen Moment für Regensburg und Bayern.

Ein Theater von hoher Qualität

Das Theater Regensburg ist eines der größten kommunalen Mehrspartentheater in Bayern. Mit eigenen Ensembles für Musiktheater, Schauspiel, Tanz sowie einem Philharmonischen Orchester und Opernchor zieht das Theater jährlich etwa 180.000 Zuschauer an. Mit rund 700 Vorstellungen in fünf Spielstätten bietet es ein breites Spektrum an kulturellen Erlebnissen und ist bekannt für seinen innovativen Spielplan, der auch moderne Stücke umfasst. Komischerweise wird es im Februar 2025 als „Bestes Opernhaus des Jahres“ mit dem «Oper! Award» ausgezeichnet.

Ritschel sieht die Ernennung nicht nur als Auszeichnung, sondern auch als Auftrag zur weiteren Qualitätssteigerung. Der Zuschuss des Freistaats für das Theater wurde in den letzten fünf Jahren auf über zwölf Millionen Euro mehr als verdoppelt. Im kommenden Geschäftsjahr 2024/25 beträgt der Anteil des Freistaats rund 42 Prozent, mit dem Ziel einer paritätischen Finanzierung von Stadt und Freistaat von je 50 Prozent. So bleibt das Theater ein Kommunalunternehmen in der Trägerschaft der Stadt Regensburg.

Bayerns Kulturszene im Wandel

Die Entscheidung zur Ernennung des Regensburger Theaters zum Staatstheater ist ein starkes Bekenntnis zur Kultur in Bayern. Es reiht sich ein in die Riege anderer bedeutender Staatstheater wie der Bayerischen Staatsoper und dem Residenztheater in München sowie den Staatstheatern in Nürnberg und Augsburg. Das Mainfranken Theater Würzburg wartet hingegen noch auf seine Ernennung, da sich die Renovierung bis Ende 2029 verzögert.

Die Förderung des Regensburger Theaters ist ein Signal, dass auch in Zeiten der Unsicherheit die Unterstützung für Kunst und Kultur nicht aufgegeben wird. Die Stadt und der Freistaat setzen alles daran, dass Regensburg nicht nur ein Ort der Geschichte bleibt, sondern auch ein Leuchtturm für zeitgenössische Kunst und innovative Theateraufführungen wird. Ein Hoch auf die Kultur, die uns zusammenbringt!