Was sich in den letzten Tagen in Österreich abgespielt hat, hat viele Menschen in Aufregung versetzt: Ein 39-jähriger Mann wurde in Salzburg festgenommen, nachdem er mutmaßlich in einen Erpressungsversuch mit vergifteter Babynahrung verwickelt war. Laut LZ wurde Rattengift in einem Babynahrungsglas des Herstellers Hipp entdeckt. Die Polizei hat aus ermittlungstaktischen Gründen die Identität des Verdächtigen nicht veröffentlicht und plant, ihn in die Justizanstalt Eisenstadt zu überstellen.
Ein besonders sorgfältiger Blick auf die Situation zeigt, dass insgesamt fünf manipulierte Gläschen in Österreich sowie in Tschechien und der Slowakei gefunden wurden. In einem 190-Gramm-Glas „Karotten mit Kartoffeln“ fanden die Behörden 15 Mikrogramm Rattengift. Das Gift selbst bleibt vorerst unbekannt, doch Fachleute untersuchen die Risiken der gefundenen Dosis, deren Ergebnisse noch ausstehen.
Erpressung und Produktrückruf
Die Erkenntnis über den Erpressungsversuch hat zu einem Produktrückruf des gesamten Babygläschen-Sortiments bei der Supermarktkette Spar in Österreich geführt. Bereits Ende März ging bei Hipp eine Erpresser-Mail ein, die jedoch in einem Sammelpostfach landete, das nur alle zwei bis drei Wochen überprüft wird. Dies hat dazu geführt, dass die Manipulation möglicherweise länger unentdeckt blieb, als es nötig gewesen wäre. Wie ZDF berichtet, bestätigte Hipp die Manipulationen und sprach von einem „externen kriminellen Eingriff“. Trotz der Ernsthaftigkeit der Situation gab es ein positives Zeichen: Das Ingolstädter Polizeipräsidium konnte keine Erpressungsabsicht bestätigen.
Dennoch ist die Situation angespannt. Die Landespolizeidirektion Burgenland bestätigte, dass ein Sicherstellung eines Hipp-Glases erfolgt ist, das positiv auf Rattengift getestet wurde. Laut ersten Meldungen von Zeugen gab es in Zusammenhang mit den Gläschen Berichte über einen „ungewöhnlichen oder verdorbenen Geruch“.
Die Polizei ruft zur erhöhten Aufmerksamkeit auf und warnt: Bei auffälligen Symptomen sollten Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen. Rattengift, häufig mit dem Wirkstoff Bromadiolon, kann zu schweren gesundheitlichen Problemen führen.
Internationale Ermittlungen
Der Vorfall zieht internationale Ermittlungen nach sich. Behörden in Deutschland, der Slowakei und Tschechien sind ebenfalls involviert. Laut ZDF wurden auch in diesen Ländern Hipp-Gläschen sichergestellt. Die Situation bleibt angespannt, da weiterhin nach einem weiteren möglicherweise vergifteten Glas gesucht wird.
Die betroffenen Gläschen sind klar gekennzeichnet: Sie tragen einen weißen Aufkleber mit rotem Kreis am Glasboden, einen geöffneten oder beschädigten Deckel und haben oft einen fehlenden Sicherheitsverschluss. Hipp hat betont, dass die Vorfälle nichts mit der Qualität oder der Herstellung ihrer Produkte zu tun haben. Das deutsche Sortiment bleibt laut den Verantwortlichen unberührt.
Dies ist nicht der erste Vorfall dieser Art: In der Vergangenheit gab es bereits mehrere ähnliche Erpressungsversuche mit vergifteten Lebensmitteln gegen große Unternehmen. Angesichts dieser Geschichte ist es nur verständlich, dass sowohl Verbraucher als auch Behörden höchste Vorsicht walten lassen.