Leishmaniose: Ein unterschätztes Risiko aus dem Urlaub und ihre Überträger in Deutschland
Am 3. November 2026 verwandelte sich das Klinikum Passau in einen Ort für Fachgespräche und Wissensaustausch, denn der 13. Passauer Wundkongress zog rund 150 begeisterte Gäste an. Die Veranstaltung richtete sich an all jene, die in der Wundversorgung tätig sind – also an Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten. Es war wirklich beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen sich für dieses oft unterschätzte Thema interessieren. Unter den Referenten war auch Hubert Lentfellner, der fachliche Leiter der Wundambulanz der RoMed Klinik Wasserburg am Inn.
Ein besonders brisantes Thema, das auf dem Kongress behandelt wurde, war die seltene Erkrankung „kutane Leishmaniose“. Sie klingt nicht nur exotisch, sondern kann auch nach einem harmlos wirkenden Mückenstich nach einer Fernreise auftreten. Das Besondere daran? In Deutschland sind weniger als 20 Fälle bekannt. Ein schmerzhaftes Heilungsprozess kann Monate in Anspruch nehmen. Komischerweise wird die Erkrankung durch den Klimawandel immer relevanter – auch im Mittelmeerraum macht sie immer mehr von sich reden.
Leishmaniose und ihre Überträger
Aber was genau ist diese Leishmaniose? Es handelt sich um eine Erkrankung, die durch die Sandmücke übertragen wird. Wer hätte gedacht, dass unsere geliebten Haustiere wie Hunde und Katzen ebenfalls betroffen sein können? Sie können als Träger der Erreger fungieren und so auch Menschen anstecken. Das Risiko der Übertragung hängt stark von der Dichte infizierter Sandfliegen in der Umgebung ab. Besonders in Hochendemiegebieten ist die Gefahr relativ hoch. Ein bisschen gruselig, oder?
Wenn man darüber nachdenkt, wie infizierte Sandfliegen nach Deutschland gelangen können, wird einem schnell klar, dass es ein wenig wie Detektivarbeit ist. Infizierte Tiere könnten mit den Leishmanien im Fell zurückkommen und sie durch einen Stich übertragen. Auch offene Wunden bei Hunden können eine Infektionsquelle für Menschen darstellen. Vor allem kleine Kinder und immunsupprimierte Personen sollten den Kontakt zu erkrankten Hunden meiden. In Deutschland sind übertragende Sandfliegen bislang nur vereinzelt nachgewiesen worden, was das Risiko für die meisten Menschen als sehr gering einstuft.
Die Sandmücke: Ein kleiner Übeltäter
Die Sandmücken selbst sind winzige Geschöpfe – nur etwa 2 bis 3 Millimeter groß. Ihre hellbeige bis bräunliche Färbung macht sie nicht gerade zu den auffälligsten Insekten. Besonders aktiv sind sie in der Hauptsaison von Mai bis Oktober, vor allem bei Temperaturen über 20 °C. Interessanterweise sind sie nachtaktiv, was das Risiko von Stichen vor allem abends und nachts erhöht. Wenn man also mal wieder einen Abendspaziergang macht, sollte man vielleicht besser aufpassen!
Die Stiche der Sandmücken bleiben oft unbemerkt, was sie umso gefährlicher macht. Es können kleine rote Stellen oder leichte Schwellungen entstehen, aber oft sind die Symptome erst viel später zu erkennen. Manchmal kann die Erkrankung Wochen, Monate oder sogar Jahre nach der Infektion ausbrechen – das ist schon ein bisschen beunruhigend, oder?
Die Symptome können von schuppigen Hautveränderungen bis hin zu geschwollenen Lymphknoten und Fieber reichen. Im schlimmsten Fall drohen sogar Nierenversagen oder Leberprobleme. Das zeigt, wie wichtig es ist, die eigenen Tiere regelmäßig tierärztlich untersuchen zu lassen, besonders nach Reisen in Risikogebiete. Eine Leishmaniose-Impfung kann helfen, den Krankheitsverlauf abzumildern, ersetzt aber nicht den vollständigen Schutz vor den Sandmücken.
Obwohl die Gefahr für die meisten Menschen in Deutschland als gering eingeschätzt wird, sollte man dennoch vorsichtig sein. Besonders nach Reisen in Risikogebiete ist es ratsam, den Hund tierärztlich untersuchen zu lassen, auch wenn er keine Symptome zeigt. Ein bisschen Vorsicht kann nie schaden! Und wenn man die Möglichkeit hat, sollte man Repellents verwenden und Spaziergänge in der Dämmerung vermeiden. Wer weiß, vielleicht wird der nächste Kongress ja ein internationales Forum für den Austausch über Leishmaniose und deren Bekämpfung. Man kann ja nie wissen!
