Im Ostallgäu und Kaufbeuren sind 18 engagierte Frauen einen Schritt weitergegangen, um das Leben pflegebedürftiger Menschen ein Stück leichter zu machen. Sie haben an einer Schulungsreihe des BRK Kreisverband Ostallgäu teilgenommen, die speziell für Ehrenamtliche in der Nachbarschaftshilfe und pflegende Angehörige konzipiert wurde. Die Teilnehmerinnen, viele von ihnen selbst pflegende Angehörige, machten es sich zur Aufgabe, ihre Kompetenzen für die häusliche Betreuung zu erweitern. Besonders hervorzuheben ist, dass ein Drittel der Teilnehmerinnen bereits als pflegende Angehörige aktiv ist.

Die Schulung bot praxisnahe Inhalte und wertvolle Tipps, die den Pflegealltag erheblich erleichtern können. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv, insbesondere in Bezug auf die angenehme Lernatmosphäre und den deutlichen Wissenszuwachs. Die Teilnehmerinnen schätzten den Austausch untereinander, was die Gemeinschaft und das Miteinander in der Nachbarschaftshilfe stärkt. Mit diesen neuen Helferinnen wird das Angebot der Nachbarschaftshilfe in Kaufbeuren und Ostallgäu deutlich erweitert und die Unterstützung für pflegende Angehörige verbessert.

Wichtige Aspekte der Nachbarschaftshilfe

Die Nachbarschaftshilfe ist ein wichtiger Baustein in der Pflegeversorgung und wird von der Pflegeversicherung finanziert, sofern sie nach § 45a SGB XI anerkannt ist. Die Finanzierung und die angebotenen Leistungen können je nach Bundesland variieren. In vielen Bundesländern können Einzelpersonen als Nachbarschaftshelfer arbeiten, während in anderen die Anbindung an eine Organisation notwendig ist.

Die Unterstützung, die im Rahmen der Nachbarschaftshilfe angeboten wird, umfasst viele alltägliche Aufgaben für pflegebedürftige Menschen. Oft finanzieren sich die Vereine durch Spenden oder öffentliche Gelder und bieten ihre Hilfe kostenlos an. Es ist wichtig, dass die Angebote als Alltagsunterstützung registriert sind, um Pflegeversicherungsgelder zu erhalten. Ehrenamtliche Helfer können zudem eine steuerlich begünstigte Aufwandsentschädigung erhalten. Die Pflegeversicherung erstattet je nach Bundesland zwischen 5 und 12 Euro pro Stunde für die erbrachte Hilfe.

Ein Blick in die Zukunft

Die Schulung und das Engagement dieser Frauen sind ein deutliches Zeichen für die wachsende Bedeutung der Nachbarschaftshilfe in unserer Gesellschaft. Für pflegende Angehörige kann die Entlastung durch nachbarschaftliche Unterstützung einen entscheidenden Unterschied machen. Mit einem Entlastungsbetrag von 131 Euro pro Monat, der für Nachbarschaftshilfe verwendet werden kann, ist der Zugang zu diesen wertvollen Leistungen erleichtert. Es ist ermutigend zu sehen, dass sich immer mehr Menschen für die Unterstützung in ihrer Gemeinschaft einsetzen und somit einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen leisten.