Im malerischen Ostallgäu, genauer gesagt in Rettenbach am Auerberg, öffnete der St. Georgshof, eine Einrichtung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) für psychisch kranke Menschen, seine Türen für den diesjährigen Boys‘ Day. Maximilian, Luis, Lorenz und Dominik – vier neugierige Schüler im Alter zwischen 11 und 15 Jahren – hatten die Möglichkeit, in die Welt der sozialen Berufe einzutauchen. Zum ersten Mal schnupperten sie in den Beruf des Heilerziehungspflegers und des (Arbeits-)Erziehers hinein und konnten sich so ein Bild von der vielseitigen, aber auch verantwortungsvollen Arbeit mit Menschen, die Unterstützung benötigen, machen.
Die Schüler hatten sich aktiv an den Aufgaben beteiligt und zusammen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern im Garten gearbeitet. Hierbei kamen sie nicht nur mit der Natur in Berührung, sondern lernten auch, wie wichtig Teamarbeit und soziale Interaktion sind. Einrichtungsleiter Joachim Lipp freute sich über die Teilnahme der Jugendlichen und erklärte, dass die Auswahl der Einsatzstelle von den Schülern selbst getroffen wurde. Auf einer Liste von Betrieben und Einrichtungen, die am Boys‘ Day teilnehmen, fiel die Wahl auf den St. Georgshof, wo sie nicht nur praktische Erfahrungen sammeln konnten, sondern auch die Chance hatten, Klischees über Berufe im sozialen Bereich abzubauen.
Ein Tag voller Erlebnisse
Der Boys‘ Day ist nicht nur ein einmaliges Ereignis, sondern verfolgt ein wichtiges Ziel: Die Jugendlichen sollen für ein Freiwilliges Soziales Jahr, den Bundesfreiwilligendienst oder eine Ausbildung im sozialen Bereich begeistert werden. Die Jungs berichteten, dass der Tag spannend war und die Zeit viel schneller verging als in der Schule. Das Programm umfasste dabei eine Vielzahl an Aktivitäten, die nicht nur informativ, sondern auch lehrreich waren.
- Fahren im Rollstuhl, um ein Gefühl für die Herausforderungen von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu bekommen.
- Diskussionen über Barrieren, Teilhabe und gesellschaftliche Vorurteile, die oft im Alltag vorkommen.
- Praktische Übungen wie das Messen von Blutdruck und Blutzucker.
- Gemeinsames Kochen und Grillen, was nicht nur den Teamgeist förderte, sondern auch den Spaßfaktor erhöhte.
- Das Anschauen und Reflektieren einer Reportage über das Leben mit Behinderung, die viele Aha-Momente und Perspektivwechsel ermöglichte.
Die Rotkreuz-Einrichtung nimmt seit 15 Jahren am Boys‘ Day teil und hat durchweg positive Erfahrungen damit gemacht. Die Rückmeldungen der Teilnehmer zeigen, dass der Tag nicht nur bereichernd war, sondern auch zu einem tieferen Verständnis für die Arbeit im sozialen Sektor führte. Ein praktisches Beispiel, wie wichtig solche Initiativen sind, um zukünftige Fachkräfte zu inspirieren und die Gesellschaft für die Belange von Menschen mit Unterstützungsbedarf zu sensibilisieren.
Die Teilnahme am Boys‘ Day bietet den Jugendlichen nicht nur einen Einblick in soziale Berufe, sondern auch die Möglichkeit, ihre eigenen Vorurteile zu hinterfragen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Dies ist in einer Zeit, in der soziale Berufe mehr denn je gefragt sind, von großer Bedeutung.
Für weitere Informationen zu den Aktivitäten und Zielen des Boys‘ Day besuchen Sie bitte die offizielle Seite: Boys‘ Day.