Im Festspielhaus Füssen verabschiedete sich am Freitag eine ganz besondere Persönlichkeit: Maria Rita Zinnecker, die Landrätin des Ostallgäus, die über zwölf Jahre hinweg die Geschicke des Landkreises gelenkt hat. Die Verabschiedung war ein würdiger Rahmen für eine Frau, die nicht nur als erste Landrätin Schwabens 2014 Geschichte schrieb, sondern auch viele Projekte angestoßen hat, die das Leben der Bürger maßgeblich beeinflusst haben.

In ihrer bewegenden Rückschau ließ Zinnecker die zahlreichen Herausforderungen Revue passieren, die sie während ihrer Amtszeit meisterte. Unter ihrem Einfluss wurde der Landkreis mit dem Qualitätssiegel „Bildungsregion in Bayern“ ausgezeichnet. Zudem konnte sie bedeutende Bildungsprojekte wie die Eröffnung und Sanierungen von Schulzentren und die Erweiterung der Don-Bosco-Schule umsetzen. Auch im Bereich der Infrastruktur setzte sie Maßstäbe, etwa durch den vierspurigen Ausbau der B12 und den Bau neuer Kreisbauhöfe.

Ein Blick auf die Erfolge

Der Gesundheitssektor profitierte ebenfalls von Zinneckers engagierter Politik. Investitionen in die Klinik Füssen und die Einrichtung einer Kindernotfallambulanz in Buchloe sind nur einige der Errungenschaften, die unter ihrer Ägide realisiert wurden. Die Flüchtlingskrise 2015 und die Herausforderungen der Corona-Pandemie waren weitere Punkte, die Zinnecker in ihrer Ansprache ansprach, und die sie mit großer Entschlossenheit angegangen ist.

Die finanzielle Bilanz ihrer Amtszeit kann sich sehen lassen: Von 2014 bis 2025 investierte der Landkreis über 200 Millionen Euro und reduzierte gleichzeitig die Schulden von 50 Millionen auf nur noch 8,6 Millionen Euro. Diese Erfolge sind nicht nur Zinneckers Verdienst, sondern auch das Resultat der Zusammenarbeit mit zahlreichen Institutionen, Ehrenamtlichen und den Mitarbeitern des Landratsamtes, denen sie herzlich dankte.

Ein Abschied mit Wehmut

Doch der Abschied von der politischen Bühne kommt nicht ohne persönliche Herausforderungen. Zinnecker gab bekannt, dass sie bei der Kommunalwahl 2026 nicht mehr antreten wird. Der Grund für ihren Rückzug ist die schwere Erkrankung ihres Mannes, die viel Kraft und Zeit erfordert. „Die Entscheidung war nicht leicht, aber die Gesundheit hat Vorrang“, äußerte die 60-Jährige, die das Amt der Landrätin als Höhepunkt ihrer Karriere bezeichnete.

Die Ostallgäuer CSU reagierte mit Verständnis und Respekt auf Zinneckers Rückzug. Lars Leveringhaus, der Kreisvorsitzende der CSU, sprach von Anerkennung für ihre Entscheidung. Das Amt wird nun von Bernd Stapfner (Freie Wähler) übernommen, während die CSU bereits aktiv auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger für die Landratswahl ist.

Maria Rita Zinnecker wird ihre Erfahrungen als Bezirksrätin weiterhin einbringen und bleibt der Politik in anderer Form erhalten. Ihre Pläne für die Zukunft sind klar: Bis zum 30. April 2026 wird sie ihre Amtszeit regulär beenden und dann einen neuen Lebensabschnitt beginnen.

Ihr Abschied war nicht nur ein Abschied von einem Amt, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung für das, was sie erreicht hat. Die Ostallgäuer Bevölkerung wird ihre Verdienste nicht vergessen und blickt mit Vorfreude auf die kommenden Herausforderungen, die es zu meistern gilt.