Neues Team für psychosoziale Notfallversorgung in Kempten und Oberallgäu gestartet
In Kempten und dem schönen Landkreis Oberallgäu gibt es Grund zur Freude! Die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) wird hier kräftig ausgebaut. Ab sofort stehen gleich fünf PSNV-Leiterinnen und -Leiter sowie zwei fachkundige PSNV-Fachberater zur Verfügung, die Hand in Hand arbeiten, um die psychosoziale Krisenhilfe über die kommunalen Grenzen hinweg zu koordinieren. Das neue Team hat sich Ende September 2026 im Landratsamt Oberallgäu getroffen und die Weichen für eine bedarfsgerechte und einheitliche Unterstützung bei Krisensituationen gestellt.
Was bedeutet das konkret? Die Verantwortlichen haben sich nicht nur kennengelernt, sondern auch ihre Aufgabenbereiche abgestimmt und die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis geplant. Das Ziel ist klar: Für zukünftige Einsatzlagen möchte man einheitliche Standards und abgestimmte Abläufe schaffen. Die PSNV ist ein wichtiger Bestandteil des Bevölkerungsschutzes, der sich sowohl an betroffene Zivilpersonen als auch an die mutigen Einsatzkräfte richtet, die oft in kritischen Situationen an ihre Grenzen gehen müssen.
Hilfe, die ankommt
Die PSNV richtet sich an all jene, die bei Verkehrsunfällen, plötzlichen Todesfällen oder anderen Großschadenslagen betroffen sind. Hier geht es darum, den Schock abzufedern, Orientierung zu geben und die psychische Stabilisierung zu unterstützen. Dabei sind nicht nur die Zivilpersonen im Fokus, sondern auch Feuerwehrleute, Notfallsanitäter und Polizeikräfte, die nach belastenden Einsätzen eine Nachbesprechung und, wenn nötig, weitergehende Unterstützung erhalten können. Die fünf PSNV-Leitungskräfte koordinieren die Zuführung von Kriseninterventionsteams und Seelsorgern direkt zu den Einsatzorten. Ein echter Pluspunkt für alle Beteiligten!
Die beiden Fachberater sind besonders wertvoll, da sie die Einsatzleitungen bei Katastrophen und größeren Einsatzlagen beraten. Ein reibungsloses Zusammenspiel ist essenziell, und genau das soll die neue Organisation gewährleisten. Im Ernstfall soll psychosoziale Hilfe schnell, strukturiert und abgestimmt verfügbar sein. Das ist nicht nur eine große Erleichterung für die Betroffenen, sondern auch für die Einsatzkräfte, die oft unter enormem Stress stehen.
Ein bundesweites Netzwerk
Die PSNV ist jedoch kein Alleingang. Bundesweit leisten mehr als 100 Kriseninterventions- und Notfallnachsorge-Dienste wertvolle Arbeit. Diese werden von qualifizierten Mitarbeitenden unterstützt, die eine umfassende psychosoziale Grundausbildung durchlaufen haben und regelmäßig fortgebildet werden. Peers – das sind erfahrene Einsatzkräfte – begleiten ihre Kolleginnen und Kollegen im Umgang mit Stress und Belastungen. Psychosoziale Fachkräfte übernehmen die fachliche Begleitung. Das ist nicht nur wichtig, sondern auch dringend notwendig, wie die Corona-Pandemie und die Hochwasserkatastrophe 2021 gezeigt haben. Viele Menschen litten unter erheblichen psychosozialen Belastungen, und die Organisation musste sich schnell anpassen.
In Reaktion auf die Herausforderungen wurde das Projekt „PsychoKat“ ins Leben gerufen, das ein umfassendes psychosoziales Lagebild entwickelte. Ein standardisiertes Protokoll für PSNV-B-Einsätze sorgt dafür, dass die Einsätze strukturiert dokumentiert und nachhaltig ausgewertet werden können. Diese Maßnahmen helfen nicht nur den Betroffenen, sondern auch den Helfenden, die oft im Hintergrund arbeiten.
Es bleibt zu hoffen, dass die neuen Strukturen in Kempten und dem Oberallgäu dazu beitragen, dass im Ernstfall schnell und effizient Hilfe geleistet werden kann. Denn letztendlich geht es darum, Menschen in Krisensituationen zur Seite zu stehen und sie aufzufangen, bevor der Sturm über sie hereinbricht.
