Ein Baby verändert alles – das wissen die drei Mütter Sarah Petersen, Melina Merkel und Lena Kreutner aus dem Nürnberger Land nur zu gut. In einem aktuellen Artikel von www.nn.de berichten sie von ihren Erfahrungen, die mit der Geburt ihres ersten Kindes einhergehen. Veränderungen in der Beziehung zum Partner und in den Geschlechterrollen sind dabei zentrale Themen. Ob es die veränderte Haushaltsaufteilung oder die Verantwortung für die Kindererziehung ist – der Alltag wird auf eine ganz neue Art und Weise gestaltet.

Welche Herausforderungen bringt eine solche Lebensveränderung mit sich? Oftmals sind es nicht nur die schlaflosen Nächte, sondern auch die gesellschaftlichen Erwartungen an Eltern, die vor allem Frauen oft unter Druck setzen. Eine neue Umfrage zeigt, dass immer noch 21 % der Befragten der Meinung sind, Frauen sollten sich stärker auf die Familie konzentrieren, während 82 % der Meinung sind, dass berufstätige Mütter eine ebenso innige Beziehung zu ihren Kindern aufbauen können wie Hausfrau-Mütter. Diese Verschiebung in den Einstellungen zu Elternrollen zeigt die wachsende Akzeptanz für Mütter in der Erwerbstätigkeit, wie auch die Bundeszentrale für politische Bildung mitteilt.

Der Wandel der Geschlechterrollen

Die gesellschaftlichen Normen rund um Geschlechterrollen haben sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. 42 % der Befragten hielten 2005 die Ansicht für nachvollziehbar, dass Vorschulkinder unter der Erwerbsarbeit ihrer Mütter leiden würden; dieser Anteil ist bis 2021 auf 23 % gesunken. Wie der Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung berichtet, sehen mittlerweile 60 % der Deutschen keinen negativen Einfluss der Erwerbstätigkeit von Müttern auf ihre Kinder. Es ist ein klarer Trend zu beobachten – die Akzeptanz öffentlicher Kindertagesstätten und die Vorstellung, dass beidseitige Erwerbstätigkeit in Familien durchaus harmonisch koexistieren kann, wächst.

Diese Veränderungen sind nicht nur in den Einstellungen zu Müttern sichtbar, sondern auch in den Zahlen: Im Jahr 2022 waren 69 % aller Mütter mit minderjährigen Kindern erwerbstätig, während die Bereitschaft der Väter, sich in der Kinderbetreuung zu engagieren, ebenfalls zunimmt. Jedoch bleibt die Hauptlast der Sorgearbeit weiterhin an den Schultern der Mütter hängen.

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Die Realität für junge Familien

Was bedeutet das nun konkret für neue Eltern wie Sarah, Melina und Lena? Trotz gesellschaftlicher Akzeptanz sehen sie sich oft mit einer fehlenden Unterstützung konfrontiert. Sie sind überzeugt, dass es mehr Netzwerke und Hilfsangebote nötig sind, um die Übergangsphase in die Elternschaft zu erleichtern. „Es ist eine Zeit voller Glück, aber auch voller Herausforderungen“, so Lena. Die Erwartungen, die an Mütter gestellt werden, sind hoch, und oftmals bleibt wenig Raum für eigene Bedürfnisse und Wünsche.

Die Diskussion über Geschlechterrollen in der Familie zeigt, dass sich zwar viel verändert hat, aber der Weg zu einer vollendeten Gleichstellung in der Kinderbetreuung noch lang ist. Während viele Väter bereit sind, aktiver in der Erziehung zu sein, empfinden die meisten Mütter immer noch, dass sie die größeren Aufgaben übernehmen. Die Herausforderung, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, bleibt auch in Zukunft eine zentrale Frage für Familien in Bayern und darüber hinaus.

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