In der beschaulichen Stadt Hersbruck heißt es bald Abschied nehmen: Nach 26 Jahren schließt die Textilreinigung Mammen im Dezember 2026 ihre Türen. Die Inhaberin, Waltraud Mammen, und ihre langjährige Mitarbeiterin Gabi Eberhard nehmen in diesen Tagen Abschied von ihrer treuen Kundschaft. In den letzten über 25 Jahren wurden dort zahlreiche Textilien gewaschen und gebügelt. Der Grund für die Schließung ist die fehlende Nachfolge – ein Problem, das viele kleine Betriebe derzeit plagt. Laut NN benennen sie zudem gesellschaftliche Veränderungen als einen weiteren wesentlichen Faktor.
Das Geschäft, das sich in der Voltastraße in Nürnberg befindet, wird bereits am 23. Dezember 2025 aus personellen Gründen geschlossen. Trotz der Schließung bleibt Waltraud Mammen für spezielle Anliegen wie das Färben von Textilien, die Reinigung von Brautkleidern und die Behandlung empfindlicher Stoffe erreichbar. Die Kontaktdaten, wie etwa E-Mail und Anrufbeantworter, stehen für die Kunden zur Verfügung, um individuelle Anfragen zu klären.
Hintergründe zur Schließung
Die Schließung hat weitreichende Gründe, die über den individuellen Betrieb hinausgehen. Die Textilservice- und Reinigungsbranche sieht sich gegenwärtig einem beträchtlichen Druck aus verschiedenen Richtungen ausgesetzt. Laut RW Textilservice sorgen wirtschaftliche Unsicherheiten, steigende Kosten und ein akuter Fachkräftemangel für ein herausforderndes Umfeld. Die Herausforderungen sind vielfältig: Personalkosten machen bis zu 60% der Gesamtkosten aus, und der Kostenindex ist seit Ende 2021 deutlich gestiegen.
Insbesondere die anhaltende Konjunkturschwäche in Deutschland, vor allem im produzierenden Gewerbe, belastet die Geschäftslage. Der DTV, der zweimal jährlich die wirtschaftliche Stimmung erfasst, zeigt in den Umfrageergebnissen, dass eine positive Umsatzentwicklung nur von einer Minderheit der Betriebe erwartet wird. Die veränderten Modegewohnheiten, wie der Trend zur Fast Fashion, sowie die hohe Inflation führen dazu, dass weniger Mittel für Textilreinigungsdienstleistungen zur Verfügung stehen.
Perspektiven für die Branche
<pDoch nicht alles ist trübe. Trotz der Herausforderungen ergeben sich durch Nachhaltigkeitstrends und neue Geschäftsfelder auch Chancen für die Branche. Ambulante Pflege und Textilrecycling sind Bereiche, die derzeit hoch im Kurs stehen. Insbesondere die Nachfrage nach sortenreinen Alttextilien nimmt zu, was regionalen Anbietern neue Möglichkeiten eröffnet. Eine reduzierte Bürokratie könnte zudem zu einer Entlastung der Branche führen.
<pObwohl die Tür der Textilreinigung Mammen bald zuschlägt, bleibt die Erinnerung an fast drei Jahrzehnte im Herzen von Hersbruck bestehen. Die Treue der Kunden und der persönliche Kontakt waren stets die Stärke des kleinen Unternehmens, das nun einen neuen Weg einschlägt. Auf alle Fälle zeigt die Situation, wie wichtig es ist, den Dialog zu fördern und die Herausforderungen gemeinsam anzugehen – nicht nur in Hersbruck, sondern in der gesamten Branche.
Ob es gelingen wird, die Tradition der Textilreinigung fortzuführen, bleibt abzuwarten. Derzeit heißt es jedoch: Adieu, liebe Textilreinigung Mammen. Die Türen werden schließen, aber die Erinnerungen und Dienste bleiben erhalten, auch über den Dezember 2026 hinaus.