Erdwärme Franken: Nürnberg auf der Suche nach der Wärme der Zukunft
Heute ist der 27.05.2026, und in Nürnberg hat sich etwas aufgetan, das nicht nur die Geologen unter uns in Aufregung versetzt. N-ERGIE, unser lokaler Energieversorger, hat große Pläne und will in der zweiten Jahreshälfte 2026 mit 2D-Seismik-Messungen beginnen. Dabei geht’s um nichts Geringeres als die Erkundung des Potenzials von Erdwärme in unserer Region. Das Projekt „Erdwärme Franken“ wird fortgesetzt, um herauszufinden, wie viel Wärme aus dem Erdinneren für uns nutzbar gemacht werden kann.
Stellen Sie sich vor: Sechs Messlinien, die sich über eine Strecke von etwa 110 Kilometern erstrecken, durchqueren nicht nur Nürnberg, sondern auch Fürth sowie mehrere Orte in den Landkreisen Nürnberger Land, Fürth, Roth und Erlangen-Höchstadt. Hierbei kommen spezielle Messfahrzeuge, die sogenannten Vibro-Trucks, zum Einsatz. Sie erzeugen Schallwellen, die in die Erde eindringen und dort auf verschiedene Gesteinsschichten treffen. Diese Schallwellen werden unterschiedlich stark reflektiert, und die Geophone an der Oberfläche zeichnen die zurückkehrenden Signale auf. Mit diesen Daten können unsere Fachleute die Gesteinsstrukturen bis in eine Tiefe von fünf Kilometern analysieren.
Ein Blick ins Erdinnere
Das Ziel dieser umfangreichen Messungen? Die Identifizierung möglicher Standorte für zukünftige Bohrungen. Für uns als Bürger könnte das bedeutend sein, denn die gesammelten Daten könnten auch für die kommunale Wärmeplanung genutzt werden. So plant N-ERGIE, die Ergebnisse mit den betroffenen Kommunen zu teilen. Ein weiterer Schritt in Richtung einer nachhaltigen Wärmeversorgung in Nürnberg!
Im Vorfeld der 2D-Seismik wurde bereits viel vorbereitet. Im Jahr 2023 erteilte das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie die Genehmigung für Untersuchungen in einem 200 Quadratkilometer großen Erlaubnisfeld. Im Jahr darauf folgten gravimetrische Messungen, die mit einem Spezialflugzeug durchgeführt wurden. Und 2025 wurden die Daten dieser Messungen ausgewertet. Aktuell stammt fast 30 Prozent der Nürnberger Fernwärme bereits aus nicht-fossilen Quellen. Das ist ein guter Anfang, oder?
Was uns erwartet
Die seismischen Messungen werden vom 6. März 2026 an beantragt und sind für den Zeitraum von Juli bis November 2026 geplant. Dabei sind die Arbeitszeiten von Montag bis Samstag, zwischen 6 Uhr und 22 Uhr. Um Störungen zu vermeiden, ist sogar eine Ausnahme für Sonn- und Feiertagsarbeit möglich – das klingt nach einem echten Kraftakt! Die Messkabel und Geophone werden entlang der festgelegten Linien ausgelegt, und die Vibro-Trucks werden emsig ihrem Dienst nachgehen, um die Geheimnisse des Erdinneren zu entschlüsseln. Die gesamte Aktion soll etwa vier Wochen in Anspruch nehmen, und spätestens Anfang Dezember 2026 werden die Messgeräte wieder abgebaut.
Die betroffenen Gemeinden, darunter Cadolzburg, Erlangen, Fürth und viele andere, werden rechtzeitig informiert. Es ist klar, dass diese Maßnahmen nicht nur auf technischer Ebene wichtig sind, sondern auch einen großen Einfluss auf die zukünftige Wärmeversorgung in unserer Region haben können.
Mit diesen ehrgeizigen Projekten zeigt N-ERGIE, dass es ernst meint mit der Energiewende. Neben der Erdwärme setzt das Unternehmen auch auf eine Großwärmepumpe im Klärwerk 1 und ein Altholz-Heizkraftwerk in Nürnberg-Sandreuth. Innovative Ansätze, die eine nachhaltige Zukunft für Nürnberg versprechen – und darauf können wir alle stolz sein!


