Heute ist der 23.04.2026, und in Nürnberg stehen große Veränderungen an, die das ehemalige Priesterseminar am Wöhrder See betreffen. Nach über 100 Jahren als Ausbildungsstätte für Pfarrerinnen und Pfarrer hat das Seminar seine Pforten geschlossen. Rektor Manacnuc Lichtenfeld äußerte beim Abschied Wehmut, aber auch Zuversicht. Die angehenden Geistlichen haben das Gelände verlassen, und der Schlüssel zur Veilhofstraße 24 wird Ende August übergeben.
Das Gebäude steht noch, doch die Perspektive für die Zukunft ist ungewiss. Die Evangelische Kirche äußert sich derzeit nicht konkret zu den Nachnutzungsplänen. Es gibt Überlegungen, das Areal in Wohnraum umzuwandeln, was bei Umweltschützern auf Bedenken stößt. Diese sorgen sich um die wertvollen Grünflächen, die in der Umgebung erhalten bleiben sollen. Die potenzielle Umnutzung wird von den Anwohnern und Naturschützern aufmerksam verfolgt, da sie die Bedeutung dieser Flächen für die lokale Ökologie betonen.
Neuausrichtung der Ausbildung
Die Entscheidung, das Priesterseminar zu schließen, fiel nicht ohne Grund. Notwendige bauliche Maßnahmen sowie eine neue Vikariatskonzeption führten zu diesem Schritt. Zukünftig wird die Pfarrausbildung räumlich entgrenzt und umfasst Kooperationen sowie digitale Vorbereitungen. Das Studienseminar-Team wird für drei Jahre Büros in der Nürnberger Innenstadt beziehen, bevor der Umzug in ein kirchliches Tagungshaus ansteht, in dem voraussichtlich die Hälfte der Ausbildung stattfinden wird.
Die Landeskirche sieht sich zudem in der Pflicht, ihre Immobilien ökonomisch zu verwalten. Mit der Schaffung mehrerer Identifikationsorte möchte man die Ausbildung auf ein breiteres Fundament stellen, nicht mehr nur an einem einzigen Standort. Ein konkretes neues Studienhaus steht jedoch noch nicht fest. Der geplante Evangelische Campus am Nürnberger Rathenauplatz wird nicht als Perspektive für die Pfarrausbildung dienen.
Die Zukunft im Blick
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass ab September 2025 bayerische Vikarinnen und Vikare gemeinsam mit denen aus der sächsischen Landeskirche ausgebildet werden. Der aktuelle Vikarskurs umfasst 21 Frauen und Männer, im Herbstkurs sind bereits 20 Anmeldungen eingegangen. Zukünftig wird mit 15 bayerischen und fünf sächsischen Vikarinnen und Vikaren gerechnet, die halbjährlich neu beginnen. In einem Jahr werden das alte und neue Ausbildungskonzept parallel laufen, was eine spannende Übergangsphase verspricht.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation rund um das ehemalige Priesterseminar und die geplante Umnutzung entwickeln wird. Während die Evangelische Kirche an neuen Konzepten arbeitet, stehen die Umweltschützer bereit, die Grünflächen zu verteidigen. Nürnberg blickt auf eine Zeit des Wandels, in der sowohl die kirchliche Ausbildung als auch die Stadtentwicklung im Fokus stehen.