In Nürnberg braut sich ein Sturm zusammen: Die Software-Tochter von Siemens, Evosoft, plant bis Ende 2027 die Schließung ihrer deutschen Standorte. Rund 377 Mitarbeiter, von denen etwa 320 in Nürnberg beschäftigt sind, sind von dieser Entscheidung betroffen. „Die veränderten Markt- und Kundenbedingungen haben uns zu diesem Schritt gezwungen“, heißt es seitens des Unternehmens. Die Mitarbeitenden wurden bereits Ende Mai 2026 über die schockierenden Pläne informiert, und es zeichnet sich ab, dass die IT-Entwicklung künftig in bestehende Siemens-Hubs im Ausland verlagert wird, vornehmlich nach Ungarn und in die Türkei. In einer Betriebsversammlung, die kürzlich stattfand, wurden die Betroffenen über aktuelle und zukünftige Entwicklungen aufgeklärt.

„Die Auftragslage ist schlichtweg nicht mehr tragfähig“, so die Verantwortlichen. Tatsächlich kommen etwa 95 Prozent der Aufträge, die Evosoft bisher bearbeitet hat, direkt von Siemens. Dieser Verlust an wichtigen Aufträgen ist ein entscheidender Faktor für die strategische Neuausrichtung, die darauf abzielt, die IT- und Softwarelösungen verstärkt intern zu entwickeln, teils auch im Ausland. Damit will Siemens die Strukturen vereinfachen und die Effizienz steigern. Während die Entwicklungen also neue Wege einschlagen, können die Beschäftigten die Hoffnung hegen, dass Siemens alternative Lösungen bieten kann.

Auswirkungen auf die Belegschaft

Die Schließung von Evosoft hat weitreichende Folgen für die Belegschaft. Siemens plant jedoch, in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat Lösungen zu erarbeiten, die sozialverträglich sind. Dazu zählen ein Interessenausgleich und ein Sozialplan, um den Mitarbeitenden den Übergang zu erleichtern. Außerdem wird empfohlen, dass die Beschäftigten von Evosoft sich auf etwa 2.000 offene Stellen innerhalb des Konzerns bewerben, was zumindest einen Hoffnungsschimmer am Horizont darstellt.

In der betroffenen Belegschaft macht sich ein Gefühl der Unsicherheit breit. Viele Mitarbeiter fragen sich, wie es nun weitergeht. Das Unternehmen hat die Möglichkeit, sie in andere Sektoren oder Projekte zu versetzen. Siemens möchte weiterhin ein positives Arbeitsumfeld schaffen, selbst wenn sich die äußeren Umstände stark verändern.

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Strategische Neuausrichtung von Siemens

Diese Entscheidung fällt in eine größere strategische Neuausrichtung des Unternehmens, die darauf abzielt, Industrie, Infrastruktur und Transport mit digitaler Software und KI zu kombinieren. Siemens verfolgt mit seiner Strategie langfristige Werte, die über die bloßen Geschäftsergebnisse hinausgehen. Die Berücksichtigung von Megatrends wie demografischem Wandel, Urbanisierung und Digitalisierung prägt das Handeln des Unternehmens. Genauso wie die Forderung nach smarteren und nachhaltigen Lösungen. Durch den Fokus auf digitale Märkte und die Verbesserung der industriellen Wertschöpfungskette mit Hilfe von KI will Siemens seine Marktposition festigen und zugleich profitables Wachstum sichern.

Wohin die Reise für die betroffenen Mitarbeitenden von Evosoft letztlich führen wird, bleibt abzuwarten. Es ist zu hoffen, dass die geplanten sozialverträglichen Lösungen nicht nur Worte bleiben, sondern auch Taten zur Verbesserung der Situation leisten können. Für die Region und ihre Wirtschaft könnte die Schließung einen herben Rückschlag darstellen, der noch lange nachwirken wird.

Für weitere Informationen zu den Plänen von Siemens und der Schließung von Evosoft lesen Sie die Berichte von tz.de und br.de. Weitere strategische Hintergründe über Siemens können Sie unter siemens.com nachlesen.