Nürnberg im Wandel: Der Abschied von Evosoft und die Sorgen der Belegschaft
Heute ist der 10.06.2026, und in Nürnberg sind die Wellen der Veränderung deutlich spürbar. Die Nachricht von der Schließung der Evosoft GmbH, einer Tochtergesellschaft von Siemens, hat die Stadt erreicht. Bis Ende 2027 wird das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit in Deutschland einstellen. Ein harter Schlag für die rund 377 Mitarbeitenden, die in der Gesamtzahl betroffen sind – davon etwa 320 am Standort Nürnberg. Man fragt sich unweigerlich: Wie kann es sein, dass ein so stabiles Unternehmen die Segel streicht?
Die Gründe für diese Entscheidung sind in den veränderten Markt- und Kundenbedingungen zu suchen. Die IT-Entwicklung wird künftig in bestehende Siemens-Hubs im Ausland verlagert. Ungarn und die Türkei stehen hier im Fokus. Ein Teil der Softwareentwicklung bleibt in den Siemens-eigenen Geschäftsbereichen, aber das hilft den Leuten hier vor Ort nur bedingt. Es ist schon komisch, wie schnell sich die Welt dreht und wie globalisiert alles geworden ist. Man fragt sich, wo bleibt der lokale Bezug?
Die Auswirkungen auf die Belegschaft
Ende Mai dieses Jahres wurden die Mitarbeitenden über die Pläne informiert. Man darf nicht vergessen, dass hinter den Zahlen Menschen stehen, die jetzt um ihre Zukunft bangen. Der Betriebsrat hat bereits Gespräche mit Siemens aufgenommen, um sozialverträgliche Lösungen zu erarbeiten. Dazu gehören ein Interessenausgleich und ein Sozialplan. Das wird für viele eine Erleichterung sein, aber die Unsicherheit bleibt. Wie es weitergeht, weiß im Moment niemand.
Die Schließung von Evosoft lässt viele Fragen offen. Was passiert mit den langjährigen Mitarbeitenden? Findet jeder einen neuen Job? Es ist eine herausfordernde Zeit, und die Stadt Nürnberg wird die Auswirkungen dieser Entscheidung noch lange spüren. Die Sorgen und Ängste sind greifbar. Die Menschen hier sind nicht nur Zahlen auf einem Papier, sondern Teil einer Gemeinschaft, die zusammenhält. Wenn man durch die Straßen Nürnbergs geht, spürt man die Nervosität, die in der Luft liegt.
Ein Blick in die Zukunft
Natürlich fragt sich auch die breite Öffentlichkeit, was dieser Schritt für die Region bedeutet. Die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland ist nicht neu, aber sie ist ein weiterer Hinweis darauf, wie sich die Arbeitswelt verändert. In Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung wird es immer wichtiger, sich anzupassen. Aber wie viel Anpassung kann eine Stadt wie Nürnberg verkraften, bevor sie sich selbst verliert? Das bleibt abzuwarten.
Am Ende bleibt nur der Wunsch, dass die betroffenen Mitarbeitenden schnell neue Perspektiven finden und dass die Stadt gemeinsam durch diese schwierige Phase kommt. Die Menschen hier haben viel erlebt und sind stark – und vielleicht ist das der größte Trost in unsicheren Zeiten.


