In der charmanten Stadt Nürnberg, wo die Würste oft genauso gut sind wie die Menschen, sorgt ein Metzger für frischen Wind – oder besser gesagt, für neue Kommunikationswege. Yevgeniy Klibanov, 39 Jahre alt, hat sich auf eine ganz besondere Reise begeben. Seit etwa einem Jahr lernt er Gebärdensprache. Warum? Weil er mit seinen gehörlosen Stammkunden in seinem Edeka-Center ins Gespräch kommen möchte. Eine tolle Initiative, die im Alltag so wichtig ist!

Mittlerweile beherrscht Klibanov rund 95 Wörter und Begriffe in der Gebärdensprache. Das ist schon ganz ordentlich, wenn man bedenkt, dass die Sprache nicht nur ein eigenes Vokabular hat, sondern auch eine eigene Grammatik. Er nutzt die Gebärdensprache, um zum Beispiel über das Wetter oder die Familie zu plaudern. Besonders erfreut ist er über den Kontakt zu einer seiner Stammkundinnen, der 73-jährigen Hedi Doudeche, die in der Nähe des Supermarkts wohnt. „Ich habe das Gefühl, dass wir uns jetzt viel besser verstehen“, sagt Klibanov mit einem Lächeln.

Ein Schritt in die richtige Richtung

In Deutschland leben etwa 80.000 gehörlose Menschen – in Bayern sind es rund 10.000. Doch trotz dieser Zahlen gibt es nur etwa 200 qualifizierte Gebärdensprachdolmetscher im Freistaat. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Menschen wie Klibanov die Initiative ergreifen. Daniel Büter, ein Verbandsexperte, verdeutlicht die Barrieren, die Gehörlose im Alltag überwinden müssen. Klibanov möchte dazu beitragen, diese Barrieren abzubauen, und hat keine Angst davor, Fehler zu machen. Das Lernen der Gebärdensprache sieht er als einen ähnlichen Prozess an wie das Erlernen des Deutschen nach seiner Einwanderung aus Usbekistan im Jahr 2001.

Die Gebärdensprache ist mehr als nur eine Kommunikationsform; sie ist eine eigene Welt, die darauf wartet, entdeckt zu werden. Klibanov hat sich eine App zur Hilfe genommen, um die Grundlagen zu lernen, und plant, bald einen Kurs am Bildungszentrum zu besuchen. In der ruhigen Zeit, wenn seine Kinder schlafen, findet er im Schrebergarten die Muße, um zu üben. Büter hebt hervor, dass Apps zwar hilfreich sind, aber den persönlichen Kontakt nicht ersetzen können. Das kann man gut nachvollziehen – nichts geht über das persönliche Gespräch, das Lächeln im Gesicht des Gegenübers.

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Ein Beispiel für Integration und Menschlichkeit

Was Klibanov tut, ist ein leuchtendes Beispiel für Integration und Menschlichkeit. Es ist inspirierend zu sehen, wie er sich für seine Kunden engagiert und die Herausforderung, eine neue Sprache zu lernen, mit so viel Begeisterung und Entschlossenheit annimmt. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die große Wirkung haben – und in diesem Fall ist es die Fähigkeit, sich zu verständigen und menschliche Verbindungen zu schaffen.

In einer Welt, in der Barrieren oft den Alltag bestimmen, könnte der Ansatz von Klibanov ein kleiner, aber bedeutender Schritt in die richtige Richtung sein. Es ist nicht nur eine Sprache, die er lernt, sondern auch ein Weg, um Brücken zu bauen – zwischen Menschen, die vielleicht nicht die gleiche Sprache sprechen, aber das Bedürfnis nach Kommunikation und Verständnis teilen. Und das ist doch ganz einfach großartig!

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