Ein Orgelabend mit Olivier Latry: Musik, Magie und Improvisation in Nürnberg
Am 2. Juli 2026 wird die Stadt Nürnberg ein musikalisches Ereignis der Extraklasse erleben. Olivier Latry, der gefeierte Starorganist von Notre-Dame, wird sein Können in der ehrwürdigen Sankt Sebald-Kirche unter Beweis stellen. Das wird ein Fest für die Ohren, versprochen! Latry, ein Meister der Orgel, hat bereits 1989 die Tasten der Sankt Sebald berührt und wird die Zuhörer nun mit einer faszinierenden Kombination aus französischer Romantik und eigenen Improvisationen verzaubern.
Die Vorfreude auf das Konzert ist groß. Latry wird Werke von César Franck, Louis Vierne, Maurice Duruflé und sogar Transkriptionen von Johann Sebastian Bach spielen. Diese Auswahl verspricht eine musikalische Reise durch verschiedene Epochen und Stile. Und das Beste? Am Ende des Konzerts wird er eine Improvisation präsentieren, die auf einem Thema basiert, das ihm das Publikum direkt vor der Aufführung liefert. Das klingt spannend, oder? Latry selbst sagt, dass er sich beim Improvisieren frei und unbeschwert fühlt.
Ein Meister der Improvisation
Olivier Latry ist nicht nur ein virtuoser Organist, sondern auch ein Meister der Improvisation. Nicht umsonst gilt er als einer der besten Improvisatoren in der französischen Tradition. Sein Weg zur Orgelkunst begann bereits in seiner Kindheit, als er am Konservatorium von Boulogne-sur-Mer unter Jacques Veyrier studierte. Später setzte er seine Ausbildung bei Gaston Litaize am Konservatorium von Saint-Maur-des-Fossés fort und sammelte Erfahrungen, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist.
Seit 1983 ist Latry Professor für Orgel an der Institut catholique de Paris und hat sich einen Namen gemacht, indem er die große Orgel von Notre-Dame in Paris bespielt. Wusstet ihr, dass er mit 23 Jahren, also 1985, Co-Titular der großen Orgel von Notre-Dame wurde? Das allein spricht Bände über sein Talent! Seine Auftritte führten ihn in mehr als 40 Länder auf fünf Kontinenten, und seine Musik hat nicht nur in Europa, sondern auch in Nordamerika große Anerkennung gefunden.
Die Rückkehr nach Notre-Dame
Der Brand von Notre-Dame im Jahr 2019 war ein einschneidendes Ereignis, das Latry tief berührt hat. Während der Restaurierungsarbeiten spielte er in anderen Kirchen und wartete sehnsüchtig auf die Wiedereröffnung. Als er 2024 zum ersten Mal wieder die Orgel von Notre-Dame spielte, war er überrascht über den veränderten Klang. „Die Orgel gehört der Öffentlichkeit“, betont er, und das zeigt seine Demut und seine Liebe zur Musik.
Latry hat auch einige bemerkenswerte Werke geschaffen, darunter eine Integrale von Olivier Messiaen, die in Paris, London und New York aufgeführt wurde. Sein Engagement für zeitgenössische Musik ist unverkennbar, und er hat neue Stücke von Komponisten wie Xavier Darasse und Thierry Escaich kreiert. 2007 schuf er ein „Salve Regina“ für Orgel und Stimme, das in der Notre-Dame uraufgeführt wurde.
Sein jüngstes Album „Inspirations“, das sich Franz Liszt widmet, enthält Arrangements für Orgel von Klavierstücken und ist ein weiterer Beweis für seine Vielseitigkeit als Künstler. Und als ob das nicht genug wäre, hat er auch eine wichtige Rolle bei der Schaffung der Sinfonia concertante für Orgel und Orchester von Esa-Pekka Salonen gespielt, die 2023 in Deutschland und Frankreich uraufgeführt wurde.
Also, wenn ihr in der Nähe von Nürnberg seid, verpasst nicht die Chance, Olivier Latry live zu erleben. Es wird ein Abend voller Emotionen, Musik und vielleicht auch ein bisschen Magie. Und wer weiß, vielleicht wird er uns mit seiner Improvisation zum Staunen bringen – so wie nur er es kann.
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