Heute ist der 22.05.2026 und in Nürnberg gibt es Neuigkeiten, die für die Stadt und die evangelische Gemeinschaft von großer Bedeutung sind. Der Evangelische Campus Nürnberg (ECN), ein riesiges Bauprojekt, das das größte der Landeskirche in den letzten 100 Jahren darstellt, wird sich nicht wie geplant im Oktober 2026 eröffnen. Eigentlich sollte mit dem Wintersemester 2026/27 alles in trockenen Tüchern sein, aber bauliche Verzögerungen bringen die Verantwortlichen jetzt ins Schwitzen. Besonders die Außenanlagen und der Brandschutz sind Schuld an der Misere. Das ist, gelinde gesagt, ziemlich enttäuschend.
Die Verzögerungen wurden Mitte April festgestellt, obwohl das Ingenieurbüro, das für die Bauqualität und den Fortschritt zuständig ist, vorher keine Abweichungen gemeldet hatte. Ein wenig seltsam, oder? Ursprünglich war alles im Zeitplan, aber nun wird die vollständige Inbetriebnahme erst zum Jahreswechsel angestrebt. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf etwa 221 Millionen Euro, ohne Berücksichtigung eines Risikopuffers. Ein saftiger Batzen Geld! Wer jetzt denkt, dass die Evangelische Hochschule Nürnberg im Wintersemester 2026/27 einfach umziehen kann, hat sich getäuscht. Sie bleibt vorerst in den alten Räumlichkeiten und der Umzug wird sich bis Anfang 2027 hinziehen.
Ein komplexes Vorhaben
Die Rummelsberger Fachschulen, die rund 500 Schülerinnen und Schüler zählen, sollen ab September schrittweise in den ECN integriert werden. Das klingt nach einer Mammutaufgabe! Auf einer Fläche von 25.000 Quadratmetern sollen insgesamt 15 kirchliche Einrichtungen Platz finden. Darunter sind nicht nur die Evangelische Jugend und der CVJM, sondern auch der ECN selbst wird ein bedeutender Tagungsort für eine der zwei jährlichen Sitzungswochen der Landessynode werden. Man darf gespannt sein, wie das alles unter einen Hut gebracht wird.
Die Landeskirche hat 2017 die ehemalige Oberpostdirektion in Nürnberg für etwa 49 Millionen Euro erworben. Ein mutiger Schritt, der jetzt – nach all den Strapatzen – auf die Probe gestellt wird. Die Verantwortung für die Verzögerungen wird juristisch überprüft. Hier stellt sich die Frage, ob die beteiligten Parteien aus dieser Situation lernen können oder ob wir uns in den nächsten Monaten wieder mit ähnlichen Nachrichten auseinander setzen müssen. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und vielleicht wird ja doch noch alles gut.
Für die Menschen in Nürnberg und die kirchliche Gemeinschaft bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt. Der ECN könnte nicht nur ein Ort des Lernens werden, sondern auch eine neue Heimat für viele, die in der evangelischen Kirche nach einem Platz suchen. Hoffen wir, dass die Bauarbeiten bald wieder in Schwung kommen und wir in naher Zukunft die Türen des Evangelischen Campus Nürnberg weit aufstoßen können.