Ehrung der Feldgeschworenen: Hüter der Grenzen in Neustadt ausgezeichnet!
Zum ersten Mal in vielen Jahren wurden am 3. Juli 2025 im Weißen Rößl in Neustadt an der Waldnaab langjährige Feldgeschworene geehrt. Landrat Andreas Meier und Vermessungsdirektor Joachim Gesierich überreichten den verdienten Männern Ehrenurkunden und kleine Präsente, die von Staatsminister Albert Füracker unterzeichnet wurden. Die Feierlichkeit endete feierlich mit einer gemeinsamen Brotzeit, die die Verbundenheit untereinander unterstrich.
Die Feldgeschworenen, auch oft als „Hüter der Grenzsteine“ bezeichnet, sind ein unverzichtbarer Bestandteil des bayerischen Ehrenamtes. Dieses Amt geht bis ins 13. Jahrhundert zurück und spielt auch heute noch eine wichtige Rolle bei der Klärung von Grenzfragen, die manchmal zu langanhaltenden Nachbarschaftsstreitigkeiten führen können. Trotz der Fortschritte in der Messtechnik sind die Feldgeschworenen vor Ort nach wie vor erste Ansprechpartner und eine Bindeglied zwischen Vermessungsamt und Bevölkerung, wie neustadt.de berichtet.
Langjährige Verdienste gewürdigt
Geehrt wurden Hubert Greiner, Karl List für 25 Jahre Dienst und Ernst Frischholz für 50 Jahre Engagement. Besonders hervorzuheben ist, dass die Auswahl der Feldgeschworenen aus den rechtschaffensten Bürgern erfolgt, was ihre Bedeutung innerhalb der Gemeinden zusätzlich hebt. „Das Ehrenamt der Feldgeschworenen hat einen hohen Stellenwert, gerade in einer Zeit, in der in anderen Bundesländern solche Traditionen abgeschafft werden“, betonte Landrat Meier in seiner Ansprache.
Was macht das Amt der Feldgeschworenen so besonders? Die Tätigkeit erfordert nicht nur Ortskenntnis, sondern auch Fingerspitzengefühl. Es kann zu Konflikten kommen, besonders wenn es um die rechtmäßige Abgrenzung von Grundstücken geht. Hier agieren die Feldgeschworenen als Mediatoren und bringen oft schon im Vorfeld Licht ins Dunkel, bevor es zu festgefahrenen Streitigkeiten kommt.
Ein starkes Netzwerk in Bayern
Bayernweit gibt es etwa 24.000 Feldgeschworene, davon allein rund 15.500 in Franken. Die unterschiedlichen regionalen Bezeichnungen wie „Siebener“, „Schieder“ oder „Geometer“ sind nur ein Teil der reichen historischen Tradition, die das Amt umgibt. In Oberfranken ist „Siebener“ der verbreitetste Begriff, während im Süden und Westen Mittelfrankens die Bezeichnung „Steiner“ üblich ist. Mit diesen regionalen Varianten wird die kulturelle Vielfalt in der bayerischen Landschaft besonders deutlich, wie die ldbv.bayern.de beschreibt.
Die Feldgeschworenen sind nicht nur für ihre Autorität bekannt, sie überwachen auch seit Jahrhunderten die Einhaltung von Grundstücksgrenzen und tragen so ebenfalls zur Erhaltung des friedlichen Zusammenlebens in den Gemeinden bei. Ihr Wissen um geheime Zeichen zur Grenzmarkierung, das sogenannte „Siebenergeheimnis“, wird von Generation zu Generation weitergegeben. Seit 1981 ist das Amt auch für Frauen zugänglich, was die Tradition weiter bereichert und modernisiert.
Dank ihrer jahrhundertealten Tradition und der Anpassung an moderne Gegebenheiten bleibt das Ehrenamt der Feldgeschworenen in Bayern ein bedeutender Bestandteil des kommunalen Lebens. Diese unermüdlichen Hüter des Friedens zeigen, dass ehrenamtliches Engagement auch in der heutigen Zeit ein wichtiger Pfeiler unserer Gesellschaft ist. Die anhaltende Wertschätzung dieser Tätigkeit ist ein Zeichen dafür, dass wir auch in Zukunft auf die Erfahrung und das Wissen der Feldgeschworenen zählen können.
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