In der beschaulichen Oberpfalz ist am 25. Oktober 2026 Alarmstimmung angesagt: Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt eindringlich vor einer neuen Betrugsmasche, die über WhatsApp verbreitet wird. Diese fiese Methode, genannt „Ghost Pairing“, hat bereits erste Opfer gefordert. Die Täter sind dabei besonders perfide. Sie verschaffen sich durch Täuschung Zugang zu fremden WhatsApp-Konten und verknüpfen diese mit ihren eigenen Geräten.

Wie genau funktioniert das Ganze? Na ja, die Betrüger nutzen gefälschte Nachrichten, manipulierte Links oder sogar QR-Codes, um ahnungslose Nutzer dazu zu bringen, die Verbindung zu ihrem Konto unwissentlich zu bestätigen. Und dann geht’s los: Die Kriminellen haben Zugriff auf den kompletten WhatsApp-Chatverlauf sowie die gespeicherten Kontakte des Opfers. Im Namen des Kontoinhabers fordern sie dann Geld von Freunden und Bekannten. Ein besonders dreister Fall ereignete sich im Landkreis Neustadt an der Waldnaab, wo ein 26-Jähriger einen hohen dreistelligen Betrag überwies, nachdem er von einem vermeintlichen Freund um Unterstützung gebeten wurde.

Ein konkreter Fall

Dieser junge Mann, der wohl kaum mit einer solch schockierenden Wendung gerechnet hat, erstattete am 15. Oktober 2026 Anzeige gegen Unbekannt. In einer ersten Nachricht hatte er noch gedacht, alles sei in Ordnung – schließlich kam die Bitte um Geld von einem ihm vertrauten Kontakt. Doch als die zweite Forderung eintraf, wurde er stutzig. Ein Anruf beim Bekannten brachte die bittere Wahrheit ans Licht: Dieser hatte von den Nachrichten nichts gewusst und war selbst ein Opfer des Betrugs. Die Polizeiinspektion Neustadt an der Waldnaab hat die Ermittlungen aufgenommen. Das ist nicht der einzige Fall, der in der Region bekannt geworden ist; bundesweit sind ähnliche Vorfälle zu beobachten.

Was empfiehlt die Polizei? Das klingt einfach, ist aber wichtig: Nutzer sollten niemals WhatsApp-Bestätigungscodes an Dritte weitergeben und unbekannte Geräteverknüpfungen nicht bestätigen. Die Liste der verknüpften Geräte sollte regelmäßig überprüft werden – und zwar auch dann, wenn keine verdächtigen Geldforderungen eingegangen sind. Bei Unklarheiten sollten unbekannte oder verdächtige Geräte umgehend entfernt werden. Besonders klug ist es, die Zwei-Schritt-Verifizierung in den WhatsApp-Einstellungen zu aktivieren und unerwartete Geldforderungen über die bekannte Telefonnummer zu verifizieren.

Ein Blick auf die Cyberkriminalität

Die „Ghost Pairing“-Masche reiht sich ein in eine besorgniserregende Statistik: Der Cybersicherheitsmonitor 2026 von BSI und ProPK zeigt, dass 11 % der Internetnutzer im vergangenen Jahr Opfer von Cyberkriminalität wurden. Besonders der Betrug beim Onlineshopping und Onlinebanking ist verbreitet. Und auch der Zugriff auf Onlinekonten ist für viele ein schmerzhafter Verlust. Diese Zahlen sollten uns zu denken geben. Denn 88 % der Betroffenen erlitten einen Schaden, 33 % mussten finanzielle Verluste hinnehmen.

Die Studie zeigt auch, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher zu wenige Schutzmaßnahmen nutzen, obwohl sie darüber informiert sind. Starke Passwörter, Antivirenprogramme und die Zwei-Faktor-Authentifizierung sind bekannt, aber die tatsächliche Anwendung lässt oft zu wünschen übrig. In der schnelllebigen digitalen Welt ist es wichtiger denn je, wachsam zu sein und sich über die Mechanismen der Cyberkriminalität im Klaren zu sein.

Bleiben Sie also wachsam und informieren Sie sich über aktuelle Betrugsmaschen! Ein bisschen mehr Vorsicht kann viel Geld und Nerven sparen.