Am 1. Mai 2026, einem Tag, der eigentlich für viele mit Frühlingsgefühlen und Ausflügen verbunden ist, hat sich im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. das Unfassbare ereignet. Gleich mehrere schwere Verkehrsunfälle sorgten für Schlagzeilen und Bestürzung. In Pyrbaum kam es zu einem tragischen Vorfall, der die Gemüter erregt. Eine 78-jährige Pedelec-Fahrerin wollte die Kreisstraße NM 17 überqueren und übersah dabei eine 21-jährige Kraftradfahrerin. Der Zusammenstoß war verheerend. Beide Frauen erlitten schwere Verletzungen und mussten umgehend in Kliniken transportiert werden. Leider verstarb die ältere Dame wenige Stunden später im Klinikum – eine weitere tragische Zahl in der Statistik der Pedelec-Unfälle, die sich seit 2014 verzehnfacht hat.
In einem weiteren, ebenfalls dramatischen Vorfall stürzte ein 64-jähriger Mann aus Feucht in Berg b. Neumarkt mit seinem Fahrrad und zog sich eine lebensgefährliche Kopfverletzung zu. Er wurde zur Intensivbehandlung in ein Klinikum gebracht und schwebt in Lebensgefahr. Solche Unfälle sind heutzutage leider keine Seltenheit mehr. Im Jahr 2023 verunglückten 23.658 Menschen mit einem Pedelec – ein besorgniserregender Anstieg im Vergleich zu nur 2.223 im Jahr 2014. Nicht nur die Zahlen sind alarmierend, sondern auch die Tatsache, dass 188 Pedelec-Nutzer im letzten Jahr ums Leben kamen. Das ist fast fünfmal so viel wie noch vor einem Jahrzehnt.
Fahrerfluchten im Stadtgebiet
Doch nicht nur die schweren Unfälle sind ein Thema, auch im Stadtgebiet Neumarkt kam es innerhalb von 24 Stunden zu zwei Unfallfluchten. Am Beerenweg wurde zwischen 00:45 Uhr und 09:15 Uhr ein schwarzer Daimler am linken Außenspiegel beschädigt. Der Verursacher machte sich aus dem Staub, ohne sich um den angerichteten Schaden zu kümmern. Ähnlich erging es einem Toyota, der zwischen 17:30 Uhr und 18:30 Uhr an der Feldstraße frische Kratzer an der linken Frontseite aufwies. Die Polizeiinspektion Neumarkt i.d.OPf. hat bereits Ermittlungen aufgenommen und sucht nach Zeugen, die Hinweise geben können. Wer etwas gesehen hat, kann sich unter der Telefonnummer 09181/4885-0 melden.
Die Statistik lügt nicht
Die steigende Beliebtheit von E-Bikes ist unübersehbar. 2022 hatten 15,5 % der Haushalte in Deutschland mindestens ein Pedelec, während es 2014 nur 3,4 % waren. Das macht die Sache nicht weniger riskant, denn mit der erhöhten Anzahl von Pedelecs steigen auch die Unfallzahlen. ADAC-Experten betonen, dass Pedelecs nicht wesentlich gefährlicher sind als herkömmliche Fahrräder. Dennoch ist es bedenklich, dass die Unfälle mit nicht motorisierten Fahrrädern in derselben Zeitspanne zurückgegangen sind. Immerhin sank die Zahl der Toten bei diesen Unfällen von 357 im Jahr 2014 auf 256 im Jahr 2023.
Die meisten Pedelec-Unfallopfer sind nicht mehr so alt – 2014 waren mehr als die Hälfte mindestens 65 Jahre alt, während es 2023 nur noch ein Drittel ist. Das zeigt, dass auch jüngere Generationen zunehmend auf Pedelecs setzen. Und das ist nicht verwunderlich, denn diese Fahrzeuge ermöglichen längere Strecken, was das Unfallrisiko erhöht. Ehrlich gesagt, sollte man vielleicht darüber nachdenken, ob wir nicht alle etwas mehr auf die Sicherheit im Straßenverkehr achten sollten. Auch wenn in Deutschland für herkömmliche Pedelecs bis 25 km/h keine gesetzliche Helmpflicht besteht, wird das Tragen eines Helms dringend empfohlen.