Hervorragende Zeiten ade: Der Einzelhandel zwischen Online-Druck und Filialsterben
Heute ist der 18.06.2026 und die Nachrichten aus der Welt des Einzelhandels bringen uns in Neumarkt in der Oberpfalz in eine nachdenkliche Stimmung. Hervis, der bekannte Sportartikelhändler, hat angekündigt, insgesamt 17 Filialen in Österreich zu schließen. Diese Entscheidung trifft etwa 100 Mitarbeiter in der betroffenen Region und ist Teil eines größeren Trends, der den Einzelhandel in Europa erschüttert. Immer mehr Geschäfte müssen sich den Herausforderungen der Online-Konkurrenz und sich verändernden Einkaufsgewohnheiten stellen.
Der Sitz von Hervis in Salzburg-Wals ist zwar ein bisschen weiter weg, doch die Auswirkungen sind hierzulande spürbar. Die betroffenen Filialen in Österreich sind nicht ertragbringend, was zu dieser schmerzlichen Entscheidung führte. Wie es aussieht, wird auch die Filiale in Garmisch-Partenkirchen, die bis Anfang Juli im Rahmen eines Räumungsverkaufs ihre Pforten öffnet, bald Geschichte sein. Die Schließungen sind ein harter Schlag, insbesondere für die Mitarbeiter, die jetzt um ihre Zukunft bangen müssen.
Umbruch im Einzelhandel
Die Schließungen sind nicht nur ein Schicksal von Hervis. Sie spiegeln einen umfassenden Wandel im Einzelhandel wider, der auch andere Länder betrifft. In den letzten Jahren haben viele Sporthändler wie Hervis Filialen in Slowenien, Kroatien und Deutschland geschlossen – insgesamt sind es bereits 43 Standorte, die nicht mehr bestehen. In Deutschland sind nach diesen Schließungen noch vier Filialen aktiv: Garmisch-Partenkirchen, Donauwörth, Amberg und Neumarkt in der Oberpfalz. Was für eine Veränderung!
Die neue Eigentümerin des Auslandsgeschäfts, die Quantum Investment Holding GmbH, hat die Geschicke von Hervis Anfang 2026 unter die Lupe genommen. Die Gründer Sven Voth und Udo Schloemer scheinen die Herausforderung, die sich hier stellt, sehr ernst zu nehmen. Michael Seidel, der neue Eigentümer, plant schrittweise Schließungen basierend auf Marktbedingungen – was immer das auch heißen mag. Die Frage bleibt: Wie viele weitere Standorte müssen geschlossen werden, bis der Einzelhandel wieder auf gesunden Füßen steht?
Die Zukunft des Sporthandels
Wenn man durch die Straßen schlendert, spürt man den Druck, den der Einzelhandel durch die digitale Welt erfährt. Die Statistiken des Statistischen Bundesamtes zeigen deutlich, dass sich die Konsumgewohnheiten der Menschen verändert haben. Immer mehr greifen die Kunden zu Online-Shops, während die stationären Geschäfte um Kunden kämpfen. Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, dass auch Hervis mit seinen Filialen in Städten wie Wien (Q19), Bischofshofen, Feldkirchen und anderen nicht mehr mithalten kann.
Es bleibt fraglich, wie sich die Branche nun entwickeln wird. Wird es eine Rückkehr zu den Wurzeln des Einkaufens geben, oder wird der Online-Handel weiterhin die Oberhand behalten? Die Zukunft des Sporthandels bleibt spannend, und man kann nur hoffen, dass die verbleibenden Filialen in Deutschland einen Weg finden, sich anzupassen und zu überleben. Wer weiß, vielleicht erleben wir hier bald wieder die Eröffnung neuer Geschäfte, die frischen Wind in die Branche bringen.
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