In Neumarkt in der Oberpfalz fand kürzlich der bayernweite Verbandstag der Bäcker statt, ein Event, das zahlreiche Bäcker aus der Region zusammenbrachte, um über die Herausforderungen des Handwerks zu diskutieren. Die Themen, die die Bäcker im Landkreis besonders beschäftigen, sind die steigenden Kosten für Energie und Rohstoffe, bürokratische Belastungen sowie der anhaltende Fachkräftemangel. Unter der Leitung der Obermeisterin der Neumarkter Bäcker, Stefanie Lehmeier, und ihrer Stellvertreterin Gertraud Straubmeier wurde ein fachlicher Austausch angestoßen, der auch in die politische Arena hineinwirken sollte.

Die Veranstaltung bot nicht nur Raum für Diskussionen, sondern auch für geselliges Miteinander. Neumarkts Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn ergriff die Gelegenheit, um die Bedeutung des Bäckerhandwerks für die Region zu betonen. Ein Festabend, der mit Musik, Tanz und Zauberei aufwartete, förderte den kollegialen Zusammenhalt unter den Teilnehmern. Am Sonntagmorgen wurde die Versammlung mit einem „Weckruf“ der Werkvolkkapelle Neumarkt feierlich eröffnet.

Politischer Dialog und Herausforderungen

Die Grußworte von politischen Größen wie Landesinnungsmeister Günter Wagner, Landrat Willibald Gailler, Landwirtschaftsminister Alois Rainer und Finanzminister Albert Füracker unterstrichen die Dringlichkeit der Themen, die auf der Agenda standen. Eine zentrale Podiumsdiskussion über „Interessenvertretung und Lobbyarbeit“ machte deutlich, dass der direkte Dialog zwischen Handwerk und Politik unerlässlich ist. Die Politiker riefen dazu auf, bestehende Kommunikationswege intensiver zu nutzen, um die Sichtbarkeit kleinerer und mittelständischer Betriebe zu erhöhen.

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Jürgen Kilger, hob die zentrale Rolle von Verbänden und Innungen hervor. Die Diskussion verdeutlichte, dass Lobbyarbeit notwendig ist, um die Zukunftsfähigkeit des Bäckerhandwerks zu sichern. Ein starkes Engagement und kontinuierlicher Austausch zwischen Handwerk und Politik sind gefordert, um die Herausforderungen effektiv zu meistern.

Forderungen für einen Politikwechsel

Im Rahmen des Verbandstags wurde zudem auf einen umfassenden Forderungskatalog hingewiesen, den der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks veröffentlicht hat. Dieser umfasst 15 Punkte, die auf einen Politikwechsel der künftigen Bundesregierung abzielen. Wichtige Themen sind unter anderem ein modernes Arbeitszeitrecht für Sonn- und Feiertage sowie die Absenkung der Energiekosten zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Präsident Roland Ermer betonte die Notwendigkeit einer mittelstandsfreundlichen Wirtschaftspolitik, die bezahlbare Energie, gut ausgebildete Fachkräfte und weniger Bürokratie umfasst.

Der Hauptgeschäftsführer Friedemann Berg kritisierte die Wettbewerbsverzerrung durch unterschiedliche Regelungen für Bäcker und Großbetriebe. Zudem wird eine Reform des Steuersystems gefordert, um den Arbeitnehmern mehr Netto vom Brutto zu ermöglichen. Eine nachhaltige Energiepolitik mit Planungs- und Investitionssicherheit für Handwerksbäckereien wird ebenfalls als notwendig erachtet. Besonders der Schutz der Begriffe „Bäckerei“ und „Bäcker“ soll verbessert werden, um Verbrauchertäuschung zu vermeiden.

Der Forderungskatalog wurde an politische Entscheidungsträger versandt und soll in politische Debatten eingebracht werden, unter anderem auf der Grünen Woche am 17. Januar in Berlin. Die Bäcker im Landkreis Neumarkt sind somit gut gerüstet, um ihre Interessen auch auf höherer Ebene zu vertreten und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen.