Die Oberbürgermeisterwahl in Neuburg am 8. März 2026 steht vor der Tür. Der langjährige Amtsinhaber Bernhard Gmehling (CSU) zieht sich nach 24 Jahren aus dem politischen Geschäft zurück. Damit wird ein neuer Wind durch die Stadthalle wehen, denn gleich sechs Bewerber*innen kämpfen um seine Nachfolge. Hier ein Überblick über die Kandidaten und ihre Ziele.

Matthias Enghuber, 41 Jahre alt und Vater von fünf Kindern, wird von der CSU ins Rennen geschickt. Als ehemaliger Landtagsabgeordneter und derzeitiger Regionalleiter in einer Digitalisierungsfirma hat er ein klar definiertes Wahlkampfmotto: „Neustart Neuburg“. Er hat sich vorgenommen, die Stadt sicher, sauber und lebenswert zu halten.

Florian Herold, 46 Jahre alt und Vater eines Sohnes, ist die Wahl des Teams der Freien Wähler. Der Teamleiter eines Neuburger Kinos und Unternehmer hat bereits 2020 als OB-Kandidat getrommelt. Seine Schwerpunkte liegen auf wirtschaftlicher Stärke sowie einem lebendigen Stadtzentrum mit einem durchdachten Park- und Verkehrskonzept.

Vielfalt der Perspektiven

Mit Franziska Hildebrandt, 62 Jahre alt und Mutter von zwei erwachsenen Söhnen, präsentiert die Wähler-Initiative Neuburg Donau – WIND eine erfahrene Managerin und Geschäftsführerin. Sie setzt auf respektvollen Umgang und sachliche Lösungen, um die Bürger aktiv in den Entscheidungsprozess einzubeziehen.

Gerhard Schoder, 44 Jahre alt und Vater von vier Kindern, vertritt die Grünen. Der selbstständige Unternehmensberater, der seit 2010 in Neuburg lebt, hat bereits 2020 einen Platz in der Stichwahl erkämpft. Er verfolgt Ziele wie wirtschaftliche Stärke, soziale Gerechtigkeit und ökologische Vernunft.

Last but not least ist da noch Peter von der Grün (FDP), 53 Jahre alt und Vater von zwei Kindern. Der Jurist und amtierende Landrat hat sich von den Freien Wählern zur FDP gewandelt und setzt den Fokus auf die Stärkung der lokalen Wirtschaft mit dem klaren Motto: „Economy first“.

Debatten und Schlagabtausche

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion, an der etwa 470 Bürger*innen im Kolpinghaus teilnahmen, wurden Themen wie Verkehr, Innenstadtgestaltung und die wirtschaftliche Entwicklung hitzig debattiert. Viele der Kandidaten haben unterschiedliche Meinungen zur bereits genehmigten Donaubrücke – während Schoder und Hildebrandt die Pläne infrage stellen, zeigen Herold, von der Grün und Enghuber Unterstützung für die Ostumfahrung zur Entlastung der Innenstadt.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Diskussion über die mögliche Radbrücke über die Donau: Während Herold und Enghuber diese in ein Stadtentwicklungskonzept einbetten wollen, fordern Schoder und Hildebrandt eine rasche Umsetzung. Peter von der Grün sieht die finanzielle Machbarkeit hingegen als weniger prioritär an. Alle Kandidaten sind sich jedoch einig, dass die Einzelhändler eine ausschlaggebende Rolle bei der Entscheidung über eine autofreie Innenstadt spielen sollten.

Die Vorschläge zur Belebung der Innenstadt sind ebenfalls vielschichtig. Hildebrandt denkt an Pop-up-Stores und Ausstellungsräume, von der Grün möchte mehr Grünflächen schaffen, während Enghuber flankierende Maßnahmen für Verkehrsberuhigung anregt. Schoder kritisiert hierbei, dass viele Vorschläge aus der Bevölkerung oft nicht weiterverfolgt werden.

Wählen gehen!

Die Kommunalwahl in Deutschland findet nicht nur auf Gemeinde- und Stadtebene statt, sondern erlaubt auch die direkte Wahl von (Ober-)Bürgermeistern. Die Amtsdauer beträgt in der Regel zwischen fünf und acht Jahren, was eine stabile Übergabe an die neuen Stadtherren bedeutet. Auch wenn die Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen oft niedriger ist als bei Landtags- oder Bundestagswahlen, sind diese Wahlen oftmals wesentlich stärker von lokalen Themen und den Kandidatenpersönlichkeiten geprägt. Insbesondere in ländlichen Gegenden zeigen die Wähler eine gewisse Neigung, kleinere Gruppen und Bürgerinitiativen zu unterstützen, was sicher auch in Neuburg ein Thema sein wird [bpb] berichtet, dass … .

Wer letztendlich das Rennen machen wird, bleibt abzuwarten, aber eines ist klar: Bei so viel Engagement und unterschiedlichen Ansätzen wird die Zukunft Neuburgs spannend! Die Wähler*innen sind aufgerufen, ihre Stimme für den Kandidaten oder die Kandidatin abzugeben, die ihre Vorstellungen und Wünsche am besten widerspiegelt.

Die Wahlen sind mehr als nur ein Akt des Wählens – sie sind eine Chance, die städtische Entwicklung aktiv mitzugestalten. Also, halten Sie die Augen offen und machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch!

Augsburger Allgemeine, Hallo Neuburg, bpb