Am Montagvormittag standen viele Bürger in Bayern unter ungünstigen Vorzeichen da: Führerschein- und Zulassungsstellen in insgesamt 19 Kommunen mussten geschlossen bleiben. Betroffen waren unter anderem die Landkreise Dachau, Landsberg am Lech sowie Neuburg-Schrobenhausen. Grund für die Schließungen war eine IT-Panne, die nach einem fehlerhaften Softwareupdate der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) auftrat. Das Update, das für die Software „OK-Verkehr“ verantwortlich ist, die für die Bearbeitung von Führerscheinanträgen sowie Fahrzeugzulassungen zuständig ist, hat nicht wie geplant funktioniert und erfordete eine Rückabwicklung, die sich aufgrund der hohen Datenmenge verzögerte. Die Software war allerdings seit Dienstagmorgen wieder einsatzbereit, wie die Augsburger Allgemeine berichtet.
Die IT-Problematik führte dazu, dass nicht nur in Neuburg-Schrobenhausen, sondern auch in zahlreichen weiteren Landkreisen wie Deggendorf, Dingolfing-Landau und vielen anderen Behörden die Mitarbeitenden ihren gewohnten Tätigkeiten nicht nachkommen konnten. In Deggendorf wurden sogar alle Mitarbeiter der Zulassungsstellen nach Hause geschickt, während im Landkreis Dingolfing-Landau die Schalter für Besucher ganz geschlossen blieben. Hier verrichteten die Mitarbeiter alternativ andere Tätigkeiten. Auch nach Prognosen war mit einer Behebung der Störung frühestens bis Dienstagmittag zu rechnen, berichten die BR-Nachrichten.
Verständnis bei den Bürgern
Die Reaktion auf die Schließungen war durchweg verständnisvoll. Im Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen wurde die Situation als herausfordernd, jedoch nachvollziehbar erachtet. Die Bürger wurden rechtzeitig telefonisch oder per E-Mail über die Schließungen informiert, sodass niemand vor verschlossenen Türen stand. Um die Auswirkungen der Panne zu mildern, wurden Mitarbeitende aus anderen Bereichen zur Unterstützung der Führerschein- und Zulassungsstelle abgezogen. Um auf Nummer sicher zu gehen, verschob man die bereits vereinbarten Termine für Dienstag auf den kommenden Donnerstag, da man anfangs mit weiteren Problemen rechnete.
Die Komplexität der IT-Krisen ist in der heutigen Zeit ein wiederkehrendes Thema. Nicht nur die Panne in Bayern zeigt, wie verletzlich die kommunalen IT-Systeme sind und wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen den Verwaltungen und IT-Betrieben ist. Denn für viele Kommunen stellen Cyberangriffe und IT-Krisen eine große Herausforderung dar, wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in einer Handreichung betont. Umso wichtiger ist es, gut vorbereitet zu sein und ein Krisenmanagement zu entwickeln, das schnelle Reaktionen ermöglicht.
Trotz der Schwierigkeiten hat die IT-Panne einmal mehr gezeigt, dass ein gutes Team und die Kommunikation zwischen den Abteilungen entscheidend sind, um in solchen Zeiten einen kühlen Kopf zu bewahren und die Notwendigkeit von Veränderungen und Anpassungen in den verwaltungstechnischen Abläufen anzuerkennen. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die aufgestauten Anträge zügig abgearbeitet werden können, sodass alle Bürger bald wieder den gewohnten Zugang zu den Dienstleistungen erhalten.