Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen wird ein innovatives Projekt ins Leben gerufen, das nicht nur der Natur, sondern auch der Landwirtschaft zugutekommt. Der Landschaftspflegeverband Neuburg-Schrobenhausen hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege und weiteren Kooperationspartnern das Projekt „Fledermausschutz durch Kuh und Co.“ (FleKuCo) ins Leben gerufen. Dieses Vorhaben erhält eine Zuwendung in Höhe von 1,51 Millionen Euro, bewilligt durch das Bundesamt für Naturschutz aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Gelder stammen aus dem nationalen Artenhilfsprogramm, das einen Schwerpunkt auf den Schutz von Arten legt, die durch den Ausbau erneuerbarer Energien betroffen sind.

Ein besonderer Fokus liegt auf den windkraftsensiblen Fledermausarten, die durch den Bau von Windrädern gefährdet sind. In vier Regionen des Landkreises sollen Beweidungsflächen etabliert oder erweitert werden. Die Beweidung mit Großtieren, vor allem Rindern, soll die Insektenbiomasse und das Nahrungsangebot für diese Fledermausarten erhöhen. Diese großen Pflanzenfresser schaffen Strukturen, die zur Erhöhung der Artenvielfalt von Pflanzen und Insekten beitragen. Die angepasste Beweidung bietet somit zahlreiche Möglichkeiten für Landschaftspflege und Naturschutz und ist auch für Landwirte vorteilhaft.

Unterstützung für Landwirte und Naturschutz

Der Landschaftspflegeverband wird personell verstärkt, um ein Netzwerk von Akteuren aufzubauen und ein umfassendes Beweidungskonzept zu erarbeiten. Teilnehmer des Projekts werden vernetzt und erhalten fachliche Beratung. Zudem ist ein Austausch mit erfahrenen Verbundpartnern im Projekt vorgesehen. Die Fördermittel werden genutzt, um Landwirte und Tierhalter bei der Schaffung von Beweidungsflächen zu unterstützen, beispielsweise durch den Bau von Zäunen und die Bereitstellung von Gerätschaften. Strukturverbessernde Maßnahmen wie Feuchtmulden oder Heckenpflanzungen sollen je nach Bedarf umgesetzt werden. Interessierte können über die Website des Landschaftspflegeverbands Neuburg-Schrobenhausen Kontakt aufnehmen, um mehr über das Projekt zu erfahren.

Auf Bundesebene wurden bereits verschiedene Erhaltungsmaßnahmen für gefährdete Fledermausarten umgesetzt, wie zum Beispiel für die Bechsteinfledermaus im Naturpark Rhein-Taunus. Auch in Bayern gibt es spezifische Artenhilfsprogramme, die den Schutz von Fledermäusen, insbesondere windenergiesensiblen Arten, fokussieren. Es ist wichtig, dass die Standortplanung von Windenergieanlagen auf lokale Fledermausvorkommen abgestimmt wird, um Konflikte zu vermeiden. Der bayerische Windenergieerlass gibt hierfür den Rahmen vor.

Herausforderungen und Lösungsansätze

Fledermäuse können an Windenergieanlagen zu Tode kommen, was die Notwendigkeit unterstreicht, geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. In Bayern sind von insgesamt 23 Fledermausarten zehn besonders betroffen, darunter der Große Abendsegler, der Kleinabendsegler und die Nordfledermaus. Die Entwicklung von Betriebsalgorithmen, die zeitweilige Abschaltungen der Windkraftanlagen vorsehen, kann helfen, die Konflikte zu mindern. Das bayerische Landesamt für Umwelt hat hierzu Arbeitshilfen erstellt, um die Umsetzung der Vorgaben zu erleichtern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Projekt „Fledermausschutz durch Kuh und Co.“ eine vielversprechende Initiative darstellt, um den notwendigen Schutz für gefährdete Fledermausarten zu gewährleisten, während gleichzeitig die Landwirtschaft gefördert wird. Die enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren und die Bereitstellung von finanziellen Mitteln sind entscheidend, um die Herausforderungen des Arten- und Naturschutzes erfolgreich zu meistern. Weitere Informationen finden Sie in den Quellen: Donaukurier, Naturschutz Energiewende, und Bayerisches Landesamt für Umwelt.