Heute ist der 12.05.2026, und während in Neuburg-Schrobenhausen das Volksfest seinen Lauf nimmt, sind die Augen der politischen und industriellen Welt auf Schwedt gerichtet. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat sich auf den Weg gemacht, um ein Unternehmen der Leipa Group zu besuchen. Inmitten der fröhlichen Festlichkeiten wird in Brandenburg über die drängenden Herausforderungen der energieintensiven Papierindustrie gesprochen. Ein interessantes Bild, nicht wahr? Während im einen Teil Bayerns die Festbesucher feiern, ringt man im anderen um die Zukunft der Industrie.
Die Leipa Group, unter der Leitung von CEO Antonio Bellante und geschäftsführendem Gesellschafter Robin Huesmann, steht im Zentrum dieses Dialogs. Mit Reiche diskutieren sie über die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche, die hohen Energie- und Transformationskosten und die drängende Notwendigkeit der industriellen Dekarbonisierung. Ein Thema, das nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Gesellschaft betrifft. Leipa hebt die Rolle der energieintensiven Recyclingindustrien hervor – sie sind die Basis für Wertschöpfung und die Kreislaufwirtschaft in Deutschland.
Energie und Innovation
Ein spannender Teil des Besuchs ist die Besichtigung der Papiermaschine PM 5. Hier wird Wellpappenrohpapier für die Verpackungsindustrie produziert. Reiche, die in der Branche nicht nur als Politikerin, sondern auch als Visionärin wahrgenommen wird, hat ein Auge auf die Zukunft. Ihre Besuche bei innovativen Startups wie Rement und dem Labor Schwedt, wo papierbasierte Isolierverpackungen präsentiert werden, zeigen das Engagement der Leipa Group für nachhaltige Technologien. Rement, das ein revolutionäres Recyclingverfahren zur Rückgewinnung von Rohstoffen aus Abbruchbeton entwickelt hat, hat einen Container-Modul auf dem Leipa-Gelände für ein Pilotprojekt errichtet. Es ist der erste Schritt in eine vielversprechende Richtung.
Doch was hat das Ganze mit der Energieversorgung zu tun? Die Antwort liegt in der industriellen Transformation, die für die Papierindustrie unverzichtbar ist. Windkraft und Photovoltaik könnten je nach Verfügbarkeit rund 15 TWh zum Energiemix beitragen. Nicht zu vergessen, dass bei optimalem Netzausbau dieser Beitrag sogar auf bis zu 20 TWh steigen kann. Eine kluge Nutzung von Überschussstrom, insbesondere in Zeiten mit hohem Windaufkommen und starker Sonneneinstrahlung, kann die Effizienz weiter steigern. Es ist wirklich beeindruckend, wie grüne Gase eine Schlüsselrolle bei der Transformation der Trocknungsprozesse spielen, und wie sie die grundlastfähige Energieversorgung durch industrielle Kraft-Wärme-Kopplung stabilisieren können.
Ein Blick in die Zukunft
Reiche hebt in ihren Gesprächen die Bedeutung der industriellen Transformation hervor. Sie ist sich bewusst, dass die Papierindustrie nicht nur zur Stabilisierung des Stromnetzes beiträgt, sondern auch auf die Bedürfnisse der Zukunft eingehen muss. Die Branche benötigt insgesamt 15 bis 20 TWh des Energieträgers, und die Zeit drängt. Es ist nicht nur eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch der Verantwortung. Die Herausforderungen sind groß, doch die Lösungen scheinen greifbar. Die Leipa Group zeigt, dass es auch in Zeiten des Wandels möglich ist, innovativ und nachhaltig zu agieren.
Fest steht: Der Besuch von Katherina Reiche in Schwedt ist ein Zeichen für den Willen, aktiv an der Transformation der Industrie zu arbeiten. Ein Austausch, der nicht nur in der Politik, sondern auch in den Herzen der Menschen ankommt. Man kann nur hoffen, dass dieser Weg von vielen gegangen wird, denn die Zukunft gehört den Mutigen, die bereit sind, Neues zu wagen und Verantwortung zu übernehmen.
