Am späten Samstagabend, genauer gesagt gegen 23.15 Uhr, ereignete sich bei Gachenbach im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ein schwerer Unfall, der selbst die erfahrensten Einsatzkräfte auf eine harte Probe stellte. Ein 28-jähriger Autofahrer aus Schrobenhausen verlor auf einer geraden Strecke die Kontrolle über sein Fahrzeug. In einem Moment der Unachtsamkeit kam das Auto nach links von der Fahrbahn ab, streifte eine Birke und prallte frontal gegen einen Baum. Es ist ein Wunder, dass der Fahrer überhaupt noch am Leben ist, denn der Aufprall war heftig – die Schäden am Fahrzeug belaufen sich auf schwindelerregende 16.000 Euro, ein Totalschaden, den man nicht oft sieht.
Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, als sie den schwer verletzten Mann mit technischem Gerät aus dem Wrack befreite. Es war ein Wettlauf gegen die Zeit, denn jede Sekunde zählte. Nach der Befreiung wurde er umgehend ins Klinikum Augsburg gebracht, wo er nun hoffentlich die nötige Behandlung erhält. Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen bereits auf Hochtouren. Besonders interessant ist die Frage, ob Alkohol oder andere berauschende Mittel eine Rolle gespielt haben könnten. Das ist nicht nur ein persönliches Schicksal, sondern auch ein Teil eines viel größeren Problems, das unsere Straßen betrifft.
Ein Blick auf die Zahlen
Das Statistische Bundesamt hat für das Jahr 2024 alarmierende Zahlen veröffentlicht. Insgesamt wurden bundesweit 34.700 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss registriert. Besonders am Vatertag, der für viele ein Tag der Feierei ist, wurden 287 Alkoholunfälle verzeichnet – mehr als an jedem anderen Tag des Jahres. Wochenenden und Feiertage sind in der Regel die Hochburgen für solche Vorfälle. Erschreckend ist, dass 17.016 dieser Alkoholunfälle zu Personenschäden führten, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 8 Prozent bedeutet. Darunter waren auch 204 Verletzte am Vatertag. Fast die Hälfte der Unfälle mit Personenschaden wurde von Pkw-Fahrenden verursacht, während auch Fahrradfahrende und E-Scooter-Nutzer nicht zu vernachlässigen sind.
Der TÜV-Verband fordert jetzt dringend eine Veränderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Alkohol und Mobilität. Es ist höchste Zeit, dass wir uns ernsthaft mit den Folgen von Alkoholkonsum im Straßenverkehr auseinandersetzen. Die bisherigen Aufklärungskampagnen konzentrieren sich vor allem auf motorisierten Individualverkehr, während die Gefahren, die von Rad- und E-Scooter-Fahrenden ausgehen, oft vernachlässigt werden. Die Forderung nach härteren Sanktionen, höheren Bußgeldern und einer Senkung der Grenze für die Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) ist mehr als gerechtfertigt. Ab einem Wert von 1,1 Promille gelten Verkehrsteilnehmende als absolut fahruntüchtig und tragen ein zehnfach höheres Risiko für einen Unfall.
In Anbetracht der jüngsten Ereignisse in Gachenbach wird deutlich, dass wir als Gesellschaft nicht wegsehen dürfen. Jeder von uns könnte irgendwann in eine solche Situation geraten oder sogar selbst betroffen sein. Es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass solche Tragödien nicht zur Gewohnheit werden. Jedes Mal, wenn wir uns ans Steuer setzen, sollten wir uns der Verantwortung bewusst sein, die wir tragen. Wenn wir uns nicht ändern, könnte der nächste Unfall direkt vor unserer Tür passieren – und das wollen wir doch alle nicht.