In Neu-Ulm hat die Polizei am vergangenen Samstagabend ein Auge auf die Straßen gelegt. Der Grund? Technisch veränderte Autos, die mit ihrem Lärm und Abgasen für allerhand Aufsehen sorgen. Es scheinen sich immer mehr junge Fahrer in ihren getunten Fahrzeugen zu sonnen, und die Polizei war bereit, ihnen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Die Kontrollaktion war besonders fokussiert auf Fahrzeuge, die mit auffälliger Fahrweise und Lärmbelästigung auf sich aufmerksam machten.
Und was passierte? In Senden und Neu-Ulm gingen gleich mehrere Poser der Polizei ins Netz. Ein junger Mann, der sich mit einem umgebauten Auto in Senden präsentierte, musste feststellen, dass seine technischen Veränderungen dazu führten, dass die Betriebserlaubnis erloschen war. Die Weiterfahrt wurde ihm schlichtweg untersagt. Auch ein 23-Jähriger mit einem hochmotorisierten Fahrzeug fiel durch starkes Beschleunigen und das laute Aufheulen des Motors auf. In der Memminger Straße wurde ein 29-Jähriger beobachtet, der zwischen zwei Ampeln maximal beschleunigte. Allen drei Fahrern droht nun ein Bußgeldbescheid in unterer dreistelliger Höhe.
Technische Manipulationen im Fokus
Besonderes Augenmerk legte die Polizei auf einen BMW, dessen Software im Steuergerät manipuliert war. Auch Teile der Abgasanlage wiesen Veränderungen auf, die das Fahrzeug nicht mehr eintragungsfähig machten – und das Geräuschverhalten war alles andere als unauffällig. Der BMW wurde sichergestellt und zu einem Gutachter gebracht, während der Fahrer ebenfalls mit einem Bußgeld in dreistelliger Höhe rechnen muss. Wer denkt, dass es mit ein bisschen Tuning getan ist, der irrt gewaltig.
Doch diese Kontrollen sind nicht nur eine einmalige Angelegenheit. Sie sind Teil eines größeren Trends, der die Verkehrssicherheit und den Umweltschutz in den Fokus rückt. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) Maßnahmen zur Abgasthematik bei Dieselfahrzeugen umgesetzt. Zu diesen Maßnahmen gehören unter anderem der Aufbau von staatlichen Prüfständen, stichprobenartige Kontrollen der Konformität von Serienfahrzeugen und die Offenlegung der Motorsoftware.
Prüfungen und Tests für mehr Sicherheit
Das KBA führt seit 2016 eigene Abgasprüfungen an typgenehmigten Fahrzeugen durch, um sicherzustellen, dass die Emissionsgrenzwerte eingehalten werden. Diese Prüfungen erfolgen sowohl mit mobilen Abgasmessgeräten als auch an stationären Abgasrollenprüfständen. Ein ehrgeiziges Projekt: Eine Teststrecke wird auf einer nicht mehr genutzten Flugplatz-Start-/Landebahn errichtet, um Fahrzeuge unter realen Fahrbedingungen zu testen. So wird sichergestellt, dass die Übereinstimmung von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen mit dem genehmigten Typ nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch in der Praxis funktioniert.
Und während Neu-Ulm weiterhin als Schauplatz für solche Kontrollen dient, werden die Maßnahmen des KBA dazu beitragen, die Straßen sicherer und die Luftqualität besser zu machen. So bleibt zu hoffen, dass sich die Fahrer der getunten Autos zukünftig etwas mehr zurückhalten – für ihre eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer.