Das Freizeitbad Nautilla in Illertissen steht vor großen Herausforderungen. Vom 20. Juli bis 17. August bleibt das Bad geschlossen, um Reinigungs- und Wartungsarbeiten durchzuführen. Bürgermeister Jürgen Eisen hat klar gemacht, dass es in den kommenden fünf Jahren weiter betrieben werden kann, jedoch jederzeit auch eine Schließung droht, sollte ein größerer technischer Defekt auftreten. Nach 35 Jahren im Betrieb ist der Sanierungsbedarf erheblich, denn Schwimmbäder haben normalerweise eine durchschnittliche Lebensdauer von 25 Jahren. Der geschätzte Kostenrahmen für eine umfassende Generalsanierung liegt zwischen 18 und 20 Millionen Euro, eine Summe, die die Stadt langfristig nicht stemmen kann.

Ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft des Nautilla könnte die Beantragung von Fördergeldern vom Bund sein. Die Entwurfsplanung ist bereits in Arbeit, und die Antragsfrist für die Förderungen endete am 19. Juni 2023. Der Bundestagsabgeordnete Alexander Engelhard hat die Bedeutung von Schwimmbädern hervorgehoben und betont, dass der Sanierungsbedarf in allen Kommunen, darunter auch Illertissen, äußerst hoch ist. In diesem Zusammenhang wird die Entscheidung des Haushaltsausschusses des Bundestages im September über die zu vergebenden Fördergelder von großer Bedeutung sein.

Fördermittel und Anträge

Im Landkreis Neu-Ulm haben nicht nur Illertissen, sondern auch Weißenhorn und Elchingen Förderanträge für ihre Schwimmbäder eingereicht. Die Kleinschwimmhalle in Weißenhorn ist wegen baulicher Mängel bereits geschlossen. Dies zeigt, dass die vorhandenen Mittel von insgesamt 250 Millionen Euro, die der Bund zur Verfügung stellt, nicht für alle Projekte ausreichen werden. Weißenhorn hofft auf 730.000 Euro für seine Schwimmhalle, während Elchingen finanzielle Unterstützung für die Sanierung des kommunalen Hallenbades benötigt. Der Illertisser Stadtrat hat bereits im Dezember 2023 beschlossen, das Nautilla grundlegend zu sanieren, und fordert eine hohe Förderquote von 6 bis 8 Millionen Euro.

Die generelle Sanierung des Nautilla zielt nicht nur auf eine reine funktionale Instandhaltung ab, sondern auch auf technische und energetische Modernisierungen, die den aktuellen Standards und Sicherheitsanforderungen entsprechen. Seit April dieses Jahres wurden die Betriebszeiten des Bades erweitert – nun ist es dienstags bis samstags von 9 bis 22 Uhr und sonntags von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Die Stadt Illertissen bleibt in der aktuellen finanziellen Lage ohne Neuverschuldung, was die Umsetzung der Maßnahmen unterstützt.

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Schwimmbäder in der Region

Die Relevanz von Schwimmbädern für die Gemeinschaft kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. So ist das Nautilla nicht nur ein Ort für Freizeitvergnügen, sondern auch zentral für den Schwimmunterricht von 65 Klassen mit rund 2.500 Schülern und weiteren 3.500 Schwimmkursteilnehmern. Durch die mögliche Umplanung des Nautilla als reines Schulbad könnte zumindest ein Teil der Funktionalität erhalten bleiben, falls keine ausreichenden Fördermittel zur Verfügung gestellt werden.

Parallel dazu hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) verschiedene Informationsveranstaltungen zu aktuellen Förderprogrammen organisiert. Vom 6. bis 7. Mai 2026 können interessierte Kommunen auf digitale Weise teilnehmen, um sich über die Fördermöglichkeiten für kommunale Schwimmbäder zu informieren. Der Bund legt großen Wert auf die energetische Sanierung und die Einhaltung definierter Standards.

Insgesamt zeigt die Situation rund um das Nautilla, wie wichtig eine umfassende Sanierung ist und wie sehr die Unterstützung durch Fördergelder geschätzt wird. Angesichts der Herausforderungen stehen die Zeichen auf Veränderung – sowohl für das Nautilla als auch für die Schwimmbäder in der gesamten Region.

Für weitere Informationen zur Situation der Schwimmbäder verweist die Augsburger Allgemeine auf die aktuelle Lage. Ergänzende Details zur Kernsanierung des Nautilla finden sich auf Austrasse Zürich. Die neuesten Entwicklungen zu den Förderprogrammen sind auf der Webseite des BBSR nachzulesen.

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