In einer traurigen Wendung für die Caravaning-Branche hat der traditionsreiche Händler und Vermieter von Reisemobilen, Schafhäutle Reisemobile, am 26. Juni 2026 Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, das seit 1989 in Kirchheim am Neckar ansässig war, gilt als einer der größten Anbieter in Süddeutschland. Laut Merkur stehen rund 19 Mitarbeiter vor unsicheren Zeiten, denn es wird voraussichtlich eine Massenunzulänglichkeit vorliegen.

Der Grund für diese Insolvenz liegt in den Rückzügen von zwei Banken, die entscheidend zur Finanzierung des Unternehmens beigetragen haben. Seit dem Abklingen des Boom-Booms in der Reisemobilbranche, der während der Corona-Pandemie befeuert wurde, leidet der Markt unter stark sinkender Nachfrage und einem Überangebot an Fahrzeugen. Trotz der aktuellen Probleme werden allerdings weiterhin Fahrzeuge ausgeliefert und vermietet, wobei Kunden von Schwierigkeiten bei der Übergabe berichten. Insolvenzverwalter Sebastian Mielke hat bereits angekündigt, dass die Vermietung bald eingestellt wird und eine Unternehmensschließung in Aussicht steht. Die Zukunft von Schafhäutle Reisemobile sieht düster aus, auch wenn die Suche nach potenziellen Investoren weitergeführt wird.

Ein Blick auf die Branche

Aber Schafhäutle ist nicht das einzige Unternehmen, das mit den Folgen der Marktentwicklung zu kämpfen hat. Auch bei Dethleffs in Isny ist der Schuh drückend. Wie Chip berichtet, plant der Wohnmobilanbieter bis Ende 2025 den Abbau von rund 90 Stellen. Anders als bei Schafhäutle wird der Stellenabbau beim Dethleffs freiwillig und sozialverträglich erfolgen und es sind keine betriebsbedingten Kündigungen vorgesehen. Dethleffs offeriert Abfindungen, die sich nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit richten.

Zusätzlich wird ein Altersprogramm für Mitarbeiter ab 60 Jahren eingeführt, während ausscheidende Beschäftigte Unterstützung bei der Jobsuche durch eine Transfergesellschaft erhalten. Das Unternehmen investiert außerdem in neue Maschinen und plant, die eigene Produktion zu stärken. Trotz der Herausforderungen zeigt die Geschäftsführung von Dethleffs Optimismus und schließt vorerst weitere Entlassungen aus. Bis spätestens 2028 soll sogar ein vollelektrisches Reisemobil auf den Markt kommen, um den geänderten Kundenanforderungen gerecht zu werden.

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Marktentwicklung und Auswirkungen

Insgesamt drückt der Markt auf die Hose der gesamten Branche. Laut einer Analyse von Promobil bleibt die Nachfrage nach Freizeitfahrzeugen stabil, doch die Caravaning-Industrie sieht sich einem erheblichen Druck ausgesetzt. Die Neuzulassungen für Reisemobile waren im ersten Quartal 2025 deutlich gesunken, was ein Minus von 14,7 % für Reisemobile und 5,7 % für Caravans bedeutet. Besonders der Rückgang der gewerblichen Zulassungen, vor allem bei Mietfahrzeugen, schlägt zu Buche.

Die hohen Bestände an unverkauften Fahrzeugen und die hohe Zinslage stellen zusätzliche Herausforderungen dar. Händler, die unter diesen Bedingungen massive Rabatte anbieten müssen, sehen sich einem Preisdruck ausgesetzt, der die Stabilität der Preise gefährdet. Kunden, die sich an Preisnachlässe gewöhnt haben, könnten die Marktpreise weiter destabilisieren.

Diese Entwicklungen werfen ein dunkles Schatten über die Zukunft der Reisemobilbranche in Deutschland. Ob neue Geschäftsstrategien der Unternehmen helfen werden, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Branche braucht dringend eine Wende, um aus der gegenwärtigen Krise herauszukommen.

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