Heute ist der 16.05.2026 und die Stimmung im Donaustadion in Ulm hätte nicht gemischter sein können. Auf der einen Seite die jubelnden Fans von Rot-Weiss Essen, die mit ihrem 3:2-Sieg einen wichtigen Schritt in Richtung Relegation gemacht haben. Auf der anderen Seite die enttäuschten Anhänger des SSV Ulm 1846, die ihr letztes Heimspiel der Saison nicht nur verloren, sondern auch ihren Abstieg in die Regionalliga besiegelt sahen.
Der Anstoß war um 13:30 Uhr, und die ersten Minuten gehörten ganz klar den Gästen aus Essen. Torben Müsel eröffnete das Spiel mit einem präzisen Schuss in der 2. Minute, der die Gastgeber kalt erwischte. Die Ulmer Fans mussten erst einmal schlucken. Doch dann, wie aus dem Nichts, drehte die Heimmannschaft auf: Lucas Röser verwandelte einen Strafstoß in der 29. Minute und Dennis Chessa netzte in der 35. Minute ein. Plötzlich stand es 2:1 für Ulm – ein kurzes Aufblühen der Hoffnung! Doch Müsel hatte andere Pläne und glich vor der Halbzeitpause zum 2:2 aus. Das war ein echter Schock für die Ulmer, die sich auf eine Führung gefreut hatten.
Nachspielzeit mit Herzschlagfinale
In der zweiten Halbzeit waren die Essener klar überlegen. Statistisch gesehen, hatten sie mit 10:3 Torschüssen in der ersten Halbzeit ein deutliches Chancenplus. Ulms Keeper Christian Ortag war zwar ein echter Rückhalt und zeigte mehrere starke Paraden, aber letztlich konnte auch er nicht verhindern, dass Ben Vincent Hüning in der Nachspielzeit – in der 90.+2 Minute – den entscheidenden Treffer zum 3:2 erzielte. Dieser Treffer fiel nach einem Eckstoß und sorgte für ausgelassene Freude bei den mitgereisten Fans von Rot-Weiss Essen.
Die Bedeutung dieses Spiels war enorm. Durch den Sieg sicherte sich Essen den Relegationsplatz, nachdem Duisburg im Parallelspiel gegen Viktoria Köln nur ein Unentschieden erzielte. So wechselten die Rollen: Während Ulm bereits als Absteiger feststand und die Saison mit 33 Punkten auf dem vorletzten Platz beendete, durfte Essen auf einen Aufstieg hoffen – auch wenn dieser nach dem Sieg von Cottbus in Regensburg nicht mehr direkt möglich war.
Veränderungen beim SSV Ulm
Die Saison ist für den SSV Ulm 1846 nun zu Ende, und die Zukunft sieht turbulent aus. Trainer Pavel Dotchev wird die Mannschaft in der kommenden Saison nicht mehr betreuen. Johannes Reichert hingegen hat seinen Vertrag verlängert und wird in der Regionalliga für Ulm auflaufen. Es bleibt abzuwarten, wie der Verein mit dem Abstieg umgehen wird. Die Fans hoffen auf einen Neuanfang und darauf, dass die Mannschaft schnell wieder in die oberen Ligen zurückfindet.
Ein spannendes, wenn auch emotional aufwühlendes Spiel – so könnte man den letzten Auftritt des SSV Ulm 1846 in der 3. Liga beschreiben. Trotz der Enttäuschung über den Abstieg, bleibt die Hoffnung auf neue Perspektiven im kommenden Jahr lebendig. Und auch wenn der Applaus heute ausblieb, die Zuschauer werden die Erinnerungen an diesen Kampf um Punkte und die leidenschaftlichen Momente im Stadion nicht so schnell vergessen.