Heute ist der 11.06.2026, und in München dreht sich alles um den Fasaneriesee, der als beliebter Schwimmplatz in der Stadt gilt. Doch für Thomas Reuel, der seit seiner Geburt auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat sich das Wasservergnügen in einen Albtraum verwandelt. Jahrelang war dieser Ort für ihn ein zweites Zuhause, ein Ort, an dem er die Sommerhitze mit einem Sprung ins kühle Nass ertragen konnte. Aber seit dem Sommer 2025 ist alles anders.

Eine neue Stahlrampe wurde installiert, um den barrierefreien Zugang zu verbessern. So weit, so gut. Doch am Ende dieser Rampe steht eine steile Leiter, die für Thomas unüberwindbar ist. Er kann einfach nicht ins Wasser. Zuvor gab es eine breite Betontreppe mit einem Edelstahlgeländer, die ihm ermöglichte, seinen Rollstuhl sicher und geschützt abzustellen. Diese Treppe wurde jedoch entfernt, und das hat Thomas in eine verzweifelte Lage gebracht.

Barrierefreiheit in der Kritik

Die neue Rampe ist für ihn unbrauchbar. Wenn er versucht, auf dem Stahlgitter zu kriechen, verursacht das Schmerzen. Und während Thomas sich mit dieser misslichen Lage herumschlägt, tummeln sich Kinder fröhlich auf der Rampe, klettern auf das Geländer und springen ins Wasser. Das ist nicht nur gefährlich, sondern zeigt auch, wie wenig an die Bedürfnisse aller Nutzer gedacht wurde.

Thomas hat bereits Beschwerden an den Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl gerichtet. Dieser hat im September 2025 einen Antrag auf Ergänzung von Treppen mit Geländern an beiden Rampen gestellt. Doch auch hier gibt es ein großes „Aber“. Die Umsetzung der Maßnahmen verzögert sich, weil eine wasserrechtliche Erlaubnis vom Wasserwirtschaftsamt benötigt wird. Für den Feldmochinger See wurden die erforderlichen Unterlagen bereits eingereicht, während die für den Fasaneriesee noch in Vorbereitung sind. Der bürokratische Prozess könnte sich also noch hinziehen.

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Ein Schwimmer kämpft um sein Wasserlebnis

Barrierefreiheit ist in Deutschland ein wichtiges Thema, das nicht nur von Bürgern, sondern auch von Initiativen und Richtlinien unterstützt wird. Die Bayerische Architektenkammer hat Leitfäden zur barrierefreien Gestaltung veröffentlicht, doch die Realität sieht oft anders aus. Die Umsetzung bleibt häufig hinter den Erwartungen zurück. Thomas hofft inständig, dass die Genehmigung bald erteilt wird, damit er im Sommer endlich wieder schwimmen kann. Es wäre so einfach, ihm dieses Stück Lebensqualität zurückzugeben.

Die Situation am Fasaneriesee ist ein Beispiel dafür, wie gut gemeinte Maßnahmen nicht immer die gewünschten Ergebnisse liefern. Für Thomas ist dieser Ort mehr als nur ein Schwimmplatz. Es ist ein Ort der Freiheit, der Freude und des Lebens. Und genau da liegt das Problem: Wo bleibt die Freiheit für jemanden, der nicht ins Wasser kommt? Eine berechtigte Frage, die bei der Planung von barrierefreien Zugängen unbedingt berücksichtigt werden sollte.