In Bayern breitet sich die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) immer weiter aus, und das macht vielen Menschen Sorgen. Diese Plage hat ihren Ursprung in Südostasien und hat es über Güter- und Reiseverkehr bis zu uns geschafft. Wie Wetter-Experte Jörg Kachelmann bereits 2023 warnte, begünstigt der Klimawandel die Migration dieser Mücke nach Norden. Laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sind Populationen dieser Mücke mittlerweile in Städten wie Nürnberg, Forchheim, Wunsiedel, Fürth, München und Würzburg etabliert. Einzelne Funde wurden sogar in acht weiteren Stadt- und Landkreisen entdeckt.

Die Tigermücke ist tagsüber aktiv und kann verschiedene Krankheitserreger übertragen. Allerdings sind die hier vorkommenden Exemplare in der Regel keine Träger von Erregern. Das LGL warnt jedoch, dass mit der weiteren Ausbreitung des Insekts das Risiko der Übertragung von Erregern steigen könnte. Das hat die Stadt München auf den Plan gerufen, die nun Informationsveranstaltungen zur Asiatischen Tigermücke anbietet. So können Interessierte am 21. April von 16 bis 18 Uhr in der Stadtbibliothek Hadern, am 21. und 28. April von 15 bis 17 Uhr in der Stadtbibliothek Laim und am 23. April um 18:30 Uhr in einem Webinar mehr erfahren. Die Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek hebt zudem hervor, wie wichtig es ist, Brutstätten im eigenen Garten oder auf dem Balkon zu vermeiden. Besonders Weihwasserschälchen auf Friedhöfen gelten als ideale Brutstätten für die Tigermücke.

Überwachung und Prävention

Das LGL setzt sein Stechmücken-Monitoring von Mai bis Oktober fort und unterstützt die Kommunen bei der Überwachung. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke zu verlangsamen. Doch die Bedrohung ist nicht zu unterschätzen. Jürgen May, Leiter des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts, warnt vor der steigenden Gefahr, dass Stechmücken in Deutschland Viren exotischer Krankheiten übertragen. Zu den potenziellen Überträgern gehört die Asiatische Tigermücke, die Dengue- und Chikungunya-Viren übertragen könnte, während der Klimawandel die Übertragung von Viren durch bereits vorhandene Moskitos begünstigt.

In Südeuropa sind Fälle von Dengue und Chikungunya bereits dokumentiert, und auch in Deutschland gibt es seit einigen Jahren Berichte über das West-Nil-Virus. Die Infektionen mit diesen Viren können zu ernsthaften Erkrankungen führen, obwohl viele Betroffene oft asymptomatisch bleiben oder nur milde Symptome zeigen. Chikungunya ist bekannt dafür, starke Gelenk- und Muskelschmerzen zu verursachen, während Dengue mit Fieber und grippeähnlichen Symptomen einhergeht. Es ist entscheidend, dass die Bevölkerung über die Risiken informiert ist und Maßnahmen ergreift, um die Verbreitung dieser Mücken und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken zu minimieren.

Um mehr über die Asiatische Tigermücke und ihre potenziellen Gefahren zu erfahren, können Sie die Informationsveranstaltungen in München besuchen oder sich direkt beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit informieren. Bleiben Sie vigilant und schützen Sie sich und Ihre Umgebung!