Mit einer feierlichen Amtsübergabe im Alten Rathaus hat München einen neuen Oberbürgermeister: Dominik Krause von den Grünen wurde heute vereidigt und ist damit der erste Grüne, der eine Millionenstadt regiert. Krause, der erst 35 Jahre alt ist, hat Physik an der Technischen Universität München studiert und ist seit 2014 Mitglied des Stadtrats. Nach dem Sieg in der Stichwahl gegen den bisherigen OB Dieter Reiter (SPD) im März tritt er in große Fußstapfen. Reiter regierte die Stadt 12 Jahre, musste jedoch wegen einer umstrittenen Affäre um Nebeneinkünfte beim FC Bayern seine Ämter niederlegen und spendete die in Frage stehenden 90.000 Euro.
Die Übergabe der Amtskette war der Höhepunkt der Zeremonie, bei der Reiter unterstrich, dass er die Stadt in guten Händen wisse. Seinen Nachfolger gab er den Rat, den Dialog mit den Bürgern zu suchen. Krause betonte in seiner Antrittsrede, wie viel Arbeit vor ihm liege, und lobte die Verdienste des ehemaligen OB Hans-Jochen Vogel. In den nächsten sechs Jahren wird er München gemeinsam mit einer Fünf-Parteien-Koalition regieren, die mittlerweile als „Mango-Koalition“ bekannt ist. Diese besteht aus den Grünen, der Rosa Liste, der SPD, der FDP sowie den Freien Wählern. Der Koalitionsvertrag trägt den Titel „Aufbruch und Erneuerung. Zusammenhalt und Verlässlichkeit. Für München“.
Herausforderungen und Ziele
Krause sieht sich gleich mehreren großen Herausforderungen gegenüber. Er plant, sich um die Olympischen Spiele für München zu bewerben, um notwendige finanzielle Mittel für die Infrastruktur zu gewinnen. Darüber hinaus ist er mit einer Haushaltskrise konfrontiert, die Einsparungen von rund einer halben Milliarde Euro erfordert. Gleichzeitig möchte er in wichtige Bereiche wie Schulen, Kitas und die Verkehrsinfrastruktur investieren und setzt ebenso auf Maßnahmen zur Mietpreisbegrenzung.
Ein weiterer Punkt auf seiner Agenda ist die Erweiterung der Beziehung zu den städtischen Mitarbeitern, die er anders gestalten möchte als sein Vorgänger. Während des Wahlkampfs hatte Krause die Wiesn als „weltweit größte offene Drogenszene“ bezeichnet, was für einige Diskussionen sorgte. Dennoch plant er, beim Anstich auf dem Oktoberfest eine wichtige Rolle zu übernehmen.
Politische Landschaft und Reaktionen
Die politische Landschaft in München hat sich mit der Wahl Krauses verändert. In Bayern haben die Grünen mit Krause nun in drei Städten das Oberbürgermeisteramt inne. Die SPD hingegen hatte München seit 1972 dominiert, wenn auch mit kurzen Unterbrechungen. Alt-OB Christian Ude äußerte sich positiv über Krause und dessen Popularität, während CSU-Chef Manuel Pretzl ankündigte, dass seine Fraktion nicht für die neuen Bürgermeisterinnen, Mona Fuchs und Verena Dietl, stimmen werde. Volt hingegen zeigte sich gesprächsbereit.
Mit dieser neuen Konstellation im Rathaus ist klar: In München steht ein aufregendes Kapitel bevor, und Krause hat viel auf dem Zettel. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie die neue Stadtregierung die großen Themen angehen wird und ob Krause das Gleichgewicht zwischen Einsparungen und notwendigen Investitionen finden kann.
Aktuelle Statistiken und Wahlanalysen zur letzten Kommunalwahl, die am 15. und 29. März 2020 stattfand, sind auf der Webseite der Stadt München einsehbar. Diese Dateien bieten interessante Einblicke in die Wählerwanderungen und die politischen Veränderungen im Stadtbild. Für weitere Informationen zu den Wahlergebnissen sind Berichte auf den Seiten von Abendzeitung und Süddeutscher Zeitung verfügbar.
Die Zukunft Münchens sieht vielversprechend aus, und die Stadt scheint bereit für einen frischen Wind unter Krauses Führung.
Für mehr Details zu den Wahlen in München und den neuen Entwicklungen im Rathaus, informieren Sie sich unter diesen Links: Abendzeitung, Süddeutsche und Stadt München.