Heute ist der 19.04.2026 und die Isarphilharmonie in München ist der Ort, an dem sich die Musikfreunde versammelt haben, um einem besonderen Abend zu lauschen. Der gefeierte Tenor Jonas Kaufmann betritt die Bühne und bringt mit seinem neuen Programm „Magische Töne“ die Herzen seiner Zuhörer zum Schmelzen. Ein Repertoire aus klassischen Operettenmelodien, das in die Welt des Glücks und der Sehnsucht eintaucht, erwartet das Publikum.

Das Programm umfasst Auszüge aus Meisterwerken wie „Das Land des Lächelns“, „Die Csárdásfürstin“, „Gräfin Mariza“, „Der Teufelsreiter“ und „Die Königin von Saba“. Besonders hervorzuheben ist die Arie des Assad aus „Die Königin von Saba“ von Karl Goldmark, die als Evergreen gilt und schon viele große Tenöre in den Bann gezogen hat. Kaufmann, bekannt für seine Vielseitigkeit, zeigt eine bemerkenswerte Vorliebe für die Operette und setzt auf einen Schöngesang, der die Stücke mit einer besonderen Tiefe versieht.

Ein Abend voller musikalischer Eleganz

In diesem Konzert wird Kaufmann von der talentierten Sopranistin Malin Byström und der Philharmonie Baden-Baden begleitet. Unter der Leitung von Jochen Rieder spielt das Orchester motiviert und ohne Gefühlsduselei. Byström verleiht den Melodien mit ihrem edlen, kühlen Sopran eine strahlende Eleganz, die dem Abend zusätzlichen Glanz verleiht.

Die gestrige Darbietung war eine Zusammenstellung isolierter Auszüge, die, obgleich sie die Brüche innerhalb der Stücke erschwerten, dennoch die Frage aufwarfen, ob die Operette als lebendiges Genre oder als nostalgisches Echo aus vergangenen Tagen betrachtet werden sollte. Kaufmanns musikalische Gestaltung verlieh den Nummern Gewicht, auch wenn die ironische Brechung, die oft charakteristisch für das Genre ist, fehlte. Der Abend thematisierte das Glück, das in der Operette gesucht wird, und bot den Zuhörern einen tiefen Einblick in die Sehnsüchte und Hoffnungen, die in diesen zeitlosen Melodien mitschwingen.

Ein Blick auf die Vergangenheit und Zukunft

Kaufmann, der sich auf die Melodien von Komponisten aus Österreich-Ungarn konzentriert, insbesondere auf die Werke von Karl Goldmark, Franz Lehár und Emmerich Kálmán, bringt nicht nur sein Können, sondern auch seine Leidenschaft für die Musik auf die Bühne. Er zeigt sich nicht nur als ein Meister des Schöngesangs, sondern auch als Botschafter einer Klangwelt, die viele in ihren Bann ziehen kann. Die Frage bleibt, ob diese Klänge, die so eng mit dem Glück und der Sehnsucht verbunden sind, auch heute noch eine relevante Rolle in der Musiklandschaft spielen.

Der Abend in der Isarphilharmonie wird sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben, als ein Fest der Melodien und der Emotionen, das die Zuhörer in eine andere Zeit entführte. Die Operette, in all ihrer Pracht, bleibt ein faszinierendes Genre, das immer wieder neu entdeckt werden möchte.