In der pulsierenden Stadt München, wo die Mieten immer teurer und die Wohnsituation für Studierende immer angespannter wird, gibt es eine erfrischende und kreative Lösung. Philipp, ein 20-jähriger Physikstudent, und Hildegard, eine über 70-jährige Künstlerin, haben in München-Milbertshofen ein ganz besonderes Zuhause gefunden – in einer Wohngemeinschaft, die nicht nur die Generationen verbindet, sondern auch die Herzen der beiden Bewohner höher schlagen lässt.

Wie kam es dazu? Diese ungewöhnliche WG entstand durch den Verein „Beieinander“ und das Konzept „Wohnen für Hilfe“. Hierbei bieten ältere Menschen freie Zimmer an, während Studierende nur Nebenkosten zahlen und im Gegenzug Hilfe im Alltag leisten. Hildegard, die nach dem Auszug ihrer Kinder und dem Verlust ihres Mannes auf der Suche nach Gesellschaft war, fand in Philipp nicht nur einen Mitbewohner, sondern auch einen neuen Freund. Philipp, der nach einer Zweck-WG suchte, fühlte sich von der Idee der gegenseitigen Unterstützung sofort angesprochen.

Ein kreatives Miteinander

Was die beiden verbindet, ist nicht nur die Wohnsituation, sondern auch eine Leidenschaft für Kunst. Gemeinsam verbringen sie viel Zeit in ihrem Atelier im Garten, wo Hildegard malt und Philipp sich mit Musik und Tontechnik beschäftigt. Diese kreative Symbiose bringt nicht nur Farbe in ihr Leben, sondern auch Freude und Inspiration. Philipp hilft im Alltag, sei es beim Einkaufen oder beim Spaziergang mit dem Hund. „Es ist einfach schön, für einander da zu sein“, sagt er und grinst.

Doch nicht alles war von Anfang an einfach. Es gab Herausforderungen im Verhältnis zwischen Mitbewohnerin und Arbeitgeberin, die jedoch mit viel Geduld und Verständnis gelöst werden konnten. Hildegard genießt den Kontakt zu den jungen Leuten und hat durchweg positive Erfahrungen mit dieser Form des Zusammenlebens gemacht. Ihre Freunde hingegen sind geteilter Meinung über die WG – einige finden die Idee großartig, andere können sich mit der Vorstellung nicht so recht anfreunden.

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Wohnen für Hilfe – Ein Modell mit Zukunft

Das Konzept „Wohnen für Hilfe“ hat sich als eine echte Win-win-Situation etabliert. Ältere Menschen mit freiem Wohnraum erhalten Unterstützung im Alltag, während Studierende für eine pauschale Nebenkostenzahlung ein Dach über dem Kopf finden. Dabei gilt: 1 Quadratmeter Wohnfläche entspricht einer Stunde Hilfe im Monat. Die Arten der Unterstützung sind vielfältig – von Einkaufen über Haushalt bis hin zu Gartenarbeit und Begleitung zu Arztterminen. Pflegeleistungen sind jedoch nicht Teil des Angebots.

Der Matching-Prozess, um die passenden Wohnpaare zu finden, ist besonders wichtig. Ein persönliches Gespräch klärt Wünsche und Interessen, bevor geeignete Partner vorgeschlagen werden. Brigitte Tauer und Christian Tippelt sind die Ansprechpartner in München, während Elena Drame auf Landkreisebene tätig ist. Außerdem kooperiert der Verein eng mit dem Studierendenwerk München, um noch mehr Menschen diese Möglichkeit zu bieten.

Ein gemeinsames Fest und Pläne für die Zukunft

Philipp feierte kürzlich seinen Geburtstag mit einer fröhlichen Party im Atelier, zu der viele Freunde eingeladen waren. Die Atmosphäre war entspannt, mit Musik, Lachen und natürlich vielen kreativen Ideen in der Luft. Auf die Frage, wie das Zusammenleben die beiden verändert hat, antwortet Hildegard: „Es ist wie eine zweite Jugend für mich. Ich fühle mich lebendig!“

Die beiden haben sogar große Pläne: Sie möchten beim 30. Jubiläum des Vereins „Beieinander“ auftreten und haben sich für diesen besonderen Anlass Künstlernamen überlegt. Die Vorfreude auf dieses Event ist groß. Es zeigt, wie bereichernd und inspirierend ein generationsübergreifendes Zusammenleben sein kann, das nicht nur Wohnraum, sondern auch Lebensqualität und Gemeinschaft bietet.

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