In Mühldorf-Nord brodelt es in der Energiepolitik: Ein neues Projekt steht in den Startlöchern, das die Weichen für eine nachhaltige Zukunft stellen könnte. Geplant ist ein Batteriespeicher in unmittelbarer Nähe des Umspannwerks. Die Idee ist nicht nur zukunftsorientiert, sondern auch notwendig, denn um die Energiewende voranzutreiben, braucht es innovative Lösungen und Speichermöglichkeiten.
Der erste Schritt zur Verwirklichung dieses Vorhabens ist jedoch eine Änderung des Bebauungsplans, da das geplante Grundstück als „private Grünfläche“ ausgewiesen ist. Die ortsansässige Investorgesellschaft plant, den Speicher in zwei Bauabschnitten mit einer Gesamtkapazität von 45 Megawattstunden (MWh) zu errichten. Die erste Ausbaustufe umfasst 18 MWh und wird an die Niederspannungsleitung der KEN-IS angeschlossen, gefolgt von einer weiteren Stufe mit 27 MWh, die an die Hochspannungsleitung der Bayernwerke gekoppelt wird. Auf einem Grundstück von etwa 5000 Quadratmetern werden rund 2200 Quadratmeter für die Speicheranlagen genutzt, während die verbleibende Fläche ökologisch aufgewertet werden soll.
Stadtverwaltung steht hinter dem Projekt
Der Bauausschuss hat sich einstimmig für die Änderung des Bebauungsplans ausgesprochen, was ein positives Zeichen für die Umsetzung des Projekts ist. Bürgermeister Michael Hetzl hat klargestellt, dass die Stadtwerke Mühldorf sich nicht im Batteriespeicher-Geschäft engagieren können, da die Investitionssummen zwischen 50 und 80 Millionen Euro liegen. Dennoch gibt es Diskussionen darüber, ob die Stadtwerke und der Landkreis möglicherweise doch in dieses vielversprechende Geschäft einsteigen sollten.
In den letzten Monaten wurden von den Mühldorfer Gremien auch andere wichtige Themen behandelt, darunter die Bauleitplanung für zwei große Batteriespeicher an der St 2550 und in Tegernau. Diese Projekte zeigen, dass die Stadt Mühldorf aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigen Energiezukunft arbeitet. Darüber hinaus wurden neue Wohngebiete und Bauvorhaben wie drei Mehrfamilienhäuser in der Rottstraße und ein Doppelhaus in der Chiemseestraße besprochen.
Intensive Diskussionen über Energie und Mobilität
Die Sitzungen der Stadtverwaltung verdeutlichen das Engagement für eine umfassende Auseinandersetzung mit der Energie- und Baulandplanung, sowie der Förderung von Mobilität. Auch Verkehrsthemen, wie der Beitritt zur AGFK und die Verbesserung von Kreuzungen, stehen auf der Agenda. Anträge zur Wirtschaftlichkeit des öffentlichen Personennahverkehrs und zur Einrichtung eines E-Großraum-Linientaxis sind ebenfalls in der Diskussion.
Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die Pläne für den Batteriespeicher sowie weitere Bauvorhaben in Mühldorf am Inn voranzutreiben. Klar ist, dass nachhaltige Energielösungen und innovative Wohnkonzepte Hand in Hand gehen müssen, um die Lebensqualität der Bürger zu verbessern und gleichzeitig einen Beitrag zur Umwelt zu leisten.