Heute ist der 27.05.2026, und in Mühldorf am Inn hat die jüngste Vergangenheit für einige Aufregung gesorgt. An gleich zwei Dienstagen hintereinander, am 12. und 19. Mai, wurden hinter dem Bahnhof Bombenteile aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Wenn man über die Geschichte der Stadt nachdenkt, ist das irgendwie nicht überraschend, aber trotzdem schockierend. Die Funde haben für einen kurzen Moment das alltägliche Leben zum Stillstand gebracht – Bomben-Alarm um 18 Uhr, das ist schon eine Ansage!

Die gute Nachricht: Eine Evakuierung der Anwohner war nicht nötig. Es ist erstaunlich, wie ruhig und diszipliniert die Menschen reagiert haben. Nach etwa drei Stunden gab es Entwarnung. Am 19. Mai, als bei Baggerarbeiten die Bombenteile entdeckt wurden, wurde der Zugverkehr eingestellt. Rund 20 Züge fielen aus, und fünf Busse wurden als Ersatz für die Reisenden bereitgestellt. Da hat die Südostbayernbahn ordentlich umdisponiert – Hut ab!

Ein Blick hinter die Kulissen der Bombenfunde

Der Fundort ist auf einer Bahnbaustelle, etwa 300 Meter westlich des Bahnhofs. Hier entsteht eine Wasserstofftankstelle für die Südostbayernbahn. Vor solchen Baumaßnahmen werden alle Flächen auf Kampfmittel untersucht – ein Prozess, der auch während der Bauarbeiten weiterläuft. Man könnte fast sagen, dass die Geschichte der Stadt weiterhin aktiv ist und uns immer wieder ein Stück weit herausfordert.

Die Bombenteile wurden von der Baufirma der Polizeieinsatzzentrale gemeldet, und der Kampfmittelräumdienst musste zur Bewertung und gegebenenfalls zur Entschärfung hinzugezogen werden. Ein 100-Meter-Radius wurde für die Sonderierung der Bombenteile benötigt. Das klingt nach einer ganz schön nervenaufreibenden Sache – vor allem für die Baufirma! Weitere Funde aus dem Zweiten Weltkrieg sind nicht ausgeschlossen, schließlich wurde Mühldorf während der Bombardierungen stark getroffen.

Die lokale Einsatzbereitschaft

Im Fall einer Evakuierung würde der Radius vom Sprengmeister bestimmt. Es ist beruhigend zu wissen, dass die lokalen Einsatzkräfte gut auf solche Situationen vorbereitet sind. Die letzten Einsätze wurden von der Landes- und Bundespolizei sowie der Feuerwehr Mühldorf durchgeführt. Wenn es hart auf hart kommt, stehen die Jungs und Mädels bereit. Der Einsatz war in diesem Fall hauptsächlich ein Polizeieinsatz, und die örtlichen Kräfte werden nur bei umfassenden Evakuierungsmaßnahmen alarmiert.

Ein bisschen wie eine gut geölte Maschine – der Maßnahmenplan wird laufend auf Verbesserungen überprüft. Es gibt einen engen Austausch mit der Südostbayernbahn und den Polizeibehörden. Jeder Bombenfund erfordert ein individuelles Einsatzszenario mit unterschiedlichen Maßnahmen. Das könnte man fast als eine Art ständige Weiterbildung für alle Beteiligten betrachten.

Die Anwohner und Reisenden haben sich in dieser angespannten Situation bewährt. Es ist beachtlich, wie gelassen die Menschen geblieben sind, während im Hintergrund die Sirenen heulten. Vielleicht ist das auch ein Zeichen dafür, dass wir gelernt haben, mit der Vergangenheit zu leben. Denn diese Funde bringen nicht nur die Gefahr mit sich, sondern auch die Erinnerungen an eine Zeit, die wir nicht vergessen sollten, aber die wir dennoch hinter uns lassen möchten.